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Fleissner
14.11.2017 19:00h
Projektraum Viktor Bucher
Fleissner
Fotocredits: Der Künstler u. pvb
 
Wir freuen uns sehr, neue Arbeiten auf Papier dieses äusserst vielseitigen Künstlers zu zeigen.
Richard Fleissner zählte in den 1980er- und 1990er Jahren zu den „shooting stars“ der österr. Kunstszene.
Fleissner ist Träger der Prinzhorn-Medaille.

Der Künstler appelliert an unser visuelles Bewusstsein und bietet dem Leser ein „Ordnungssystem“ für die jeweiligen imaginären visuellen Möglichkeiten an. Gleichzeitig gibt er dem Rezipienten einen Einblick in seine eigene künstlerische Praxis. Im Moment des Malens oder Zeichnens ordnen sich seine eigenen visuellen Erlebnisse, die gleichermaßen von vorhandenen Bildwelten (Medien, Kunstgeschichte etc.) ausgehen, wie auch von erdachten Vorstellungen. Fleissner nennt diesen Vorgang „Einbilden“ — im Sinne von „Bild-werden-lassen“. Die Wucherungen von Figuren und Gegenständen in seinen Zeichnungen streben manchmal nach einer gewissen „Ordnung“, um im nächsten Moment weiter wuchern zu können. Nur die technischen Grenzen wie bspw. die Blattgröße stoppen den manischen Vorgang. Diesen Grenzen entzieht sich die Komposition oft durch extreme Formendichte, die ins Abstrakte reicht und die Lesbarkeit auflöst. Somit führt uns Richard Fleissner an ein grundsätzliches Dilemma heran: Wir streben nach Ordnungssystemen. denn wir haben diesen Vorgang in unserem Bewusstsein gespeichert, vollführen aber im Gegenzug einen ständigen  „Befreiungskampf“. Im Sinne Paul Feyerabends lautet die Frage: wie lockern wir die bestehenden Mechanismen auf, wie lösen wir sie von den Traditionen, denen sie einen ungerechten Vorteil geben? (1) In diesem Sinne ist dieses Werksverzeichnis und damit Richard Fleissners Kunst im Allgemeinen zu verstehen.

Aus: Ausstellungstext: Richard Fleissner "Einbildung", 18.05.-24.06.2001, Studio der Neuen Galerie Graz

(1) Paul Feyerabend, „Erkenntnis für freie Menschen — veränderte Ausgabe“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1980, Seite 22
 
 
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