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Matthias Bernhard, Andreas Werner
17.10.2017 19:00h
fAN Kunstverein
Matthias Bernhard, Andreas Werner
Fotocredits: Matthias Bernhard, Andreas Werner
 
Malen ist, die Wirklichkeit umarmen, aber nicht, Wirklichkeit sein.
Oder malen heisst, ein Gefäß für das, was man will, zu bilden, der Inhalt ist das, was das Gefäß umfasst.
Er wird von selbst kommen, wenn er seine Form gefunden hat. Der Inhalt ist das, was der Maler ausspart, oder auch das,
was der Zeichner zwischen das Gespinst seiner Linien webt, denn es gibt kein Nichts.
Das absolute Nichts ist Gott. Alles weitere ist sinnlich und überwuchert die Erde mit ihren Schlingpflanzen,
und wir sehnen uns nach dem Nichts.
Aber wenn wir die Leere vor uns haben, dann kommt die Angst, und die Angst ist viel zu viel, um nichts zu sein.
Wo bist du, wenn du schläfst? Wenn du schläfst, bist du beim Nichts. Um neutral genug sein zu können,
muss Gott das Nichts sein. Du wirst die Zeiten, die Welten, die Gedanken überdauern, denn du bist das Nichts,
der Goldgrund, vor dem die Welten stehen, und alles wird vom Himmel fallen, auch der Himmel selbst,
aber du wirst bleiben. Das Nichts ist der Ort, auf dem Etwas zu Etwas wird.

(Heimrad Prem, 1963)