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Marcel Odenbach: Beweis zu nichts
Marcel Odenbach: Beweis zu nichts
Fotocredits: Stadtarchiv Nürnberg
 
Eine Personale, die sich einem der bedeutendsten Videokünstler der Gegenwart widmet. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein Gedicht Ingeborg Bachmanns und thematisiert den Fortbestand der Opfer-Täter-Struktur in der Nachkriegsgesellschaft. Dass das Thema Vergangenheitsbewältigung aber nicht nur ein europäisches ist, zeigen seine filmischen Arbeiten, die sich mit internationalen Krisenherden und der Versöhnung von Bevölkerungsgruppen nach kriegerischen Konflikten und Genozid auseinandersetzen:

Sei es in seinem Film "Im Kreise drehen", in dem sich Odenbach mit dem Mahnmal am Ort des ehemaligen KZs Majdanek beschäftigt, in einem neuen Film über die Gedenkstätte Buchenwald oder in der Videoinstallation "In stillen Teichen lauern Krokodile", die den Genozid in Ruanda 1994 thematisiert. In der intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit spiegelt sein Werk den Nachhall des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart hinein. Odenbach beobachtet unterschiedliche Kulturen und politische Konstellationen und lässt sie in sein Werk einfließen. Auch die Reflexion über das Vertraute und Fremde, die eigene Biografie und jene anderer sind wichtige Motive seines Werks, das gleichermaßen ästhetisch wie politisch argumentiert.

Kuratorin: Vanessa Joan Müller
Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers.