Im Rahmen der Redereihe Die Listen des Lachens. Zur Interferenz zwischen dem Komischen und dem Performativen
RAINER NÄGELE (LI/US)
Der doppelt gespaltene Körper
18.00 h in TQW / Studios
Eintritt frei
Untersucht wird die Grenzposition des Lachens – seine doppelte und gegensätzliche Definition und Abgrenzung des menschlichen Lebewesens, das einerseits das sprachliche Wesen sein soll, von dem aber das Lachen es wieder abtrennt. Aber, wie von Herder – und vor und nach ihm – immer wieder gesagt wurde, ist der Mensch dabei noch einmal von den anderen Lebewesen abgesondert, weil angeblich „kein Tier lacht“. Doppelt also von allen anderen Lebewesen (auch von den Engeln und Gott – allerdings nicht von den homerischen Göttern) abgetrennt sei der Mensch, und dann auch noch von sich selbst in dem, was ihn wesentlich kennzeichnen soll – was passiert also im Lachen? Eine Annäherung an diese Frage geschieht über eine Lektüre von Baudelaires De l’essence du rire (Vom Wesen des Lachens).
Rainer Nägele ist Professor für deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale University. Seine Hauptinteressen sind Literatur und Literaturtheorie, Literatur und Philosophie, Psychoanalyse, deutsche und französische Literatur vom 18. – 20. Jahrhundert, sowie klassische Literatur der griechischen und römischen Antike. Publikationen u.a. zu Sophokles, Hölderlin, Goethe, Büchner, Brecht, Artaud. Buchpublikationen u.a.: Darstellbarkeit. Das Erscheinen des Verschwindens. 2008; Hölderlins Kritik der poetischen Vernunft. 2005; Echos: Übersetzen. Lesen zwischen Texten. 2002; Literarische Vexierbilder. Drei Versuche zu einer Figur. 2001.