Berlin
tagfish - Überlebensstrategien [ff]
Konzept und Recherche: Berlin (Bart Baele und Yves Degryse)
Sieben Leinwände sitzen um einen klassischen Konferenztisch. In die Rückenlehnen der Stühle projiziert erscheinen die Teilnehmer, darunter ein Architekt, ein Journalist, ein Stadtplaner. Sie arbeiten in einem Gebiet in Deutschland, das pleite ist. Es heißt Ruhrgebiet. Jetzt könnten sie ein gutes Geschäft machen: Ein Scheich aus Saudi-Arabien will eines ihrer Industriedenkmäler kaufen, die Zeche Zollverein in Essen. Er möchte aus der Zeche ein Luxushotel machen. Die Herren grübeln. Ein Luxushotel in der Zeche. Über oder unter der Erde? Dazu ist zu sagen, dass den Menschen im Ruhrgebiet ihre Industriedenkmäler ebenso heilig sind wie den Wienern die Hofburg. Wenn also die Hofburg an einen Scheich verkauft würde, der aus ihr ein Hotel machen will, gäbe es sicher auch eine Konferenz. Die Gruppe Berlin macht künstlerisch wie technisch höchst brillantes Video-Theater. Der Film wird zur Theater-Performance. Die Künstler führten Interviews mit Menschen aus der Region und erfanden eine scheinbar wahre, von ihnen dokumentierte Geschichte, die die Zukunft betrifft, die an diesem Tisch beschlossen werden soll. In Wirklichkeit haben diese Herren nie an einem Tisch gesessen; die Videointerviews wurden zu einer Konferenz zusammengeschnitten, die vom Ende einer Epoche erzählt und vom Neuen, das sich abzeichnet. Und von den Träumen und Zweifeln jedes Einzelnen.
“All great changes begin at the table.” Berlin
Spieltage
14.06.11 18:00
14.06.11 20:30
15.06.11 18:00
15.06.11 20:30
Dauer
1 Std. 15 Min.
PUBLIKUMSGESPRÄCH
14. Juni, im Anschluss an die zweite Vorstellung, brut im Künstlerhaus