Craig's Wife + Einführungsgespräch mit Judith Mayne

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Freitag 18. März 2011

Dorothy Arzner Filmreihe

Craig’s Wife (1936)

Harriet Craig ist eine Hausfrau der obsessiven Art: Ihr Heim, das Haus selbst wie all die Objekte darin, ist das Ein und Alles ihrer Exis­tenz - selbst ihren Gatten Walter empfindet sie eher als Dekoration denn als Nächsten. Mit dieser Fetischisierung ihrer Objektwelt und des sozialen Status vertreibt sie sukzessive alle Menschen um sich herum. Als Harriet verlassen dasteht zwischen Möbeln und Nippes, Teppichen und Tand, lernt sie eine Nachbarin kennen, eine Witwe, der es ähnlich geht wie ihr … Ein erschreckendes, aller Leichtigkeit, allem Witz zum Trotz unsagbar brutales Werk über ­Warenwerte und Klassenfragen, also darüber, was man sich wirklich kaufen kann im Leben. Wobei Arzners Film in Gesellschaftsanalyse wie Figurenzeichnung ungleich subversiver und viel­schichtiger ist als die Vorlage: Die kapitalistische Gesellschaft ist hier eine Art Bordell, ein Durchgangsort, wo viele Grenzen im Grau versickern. Brillant. (R.H.)

Restaurierte Fassung

Am 18.3. Einführungsgespräch via Skype mit Judith Mayne zu „Dorothy Arzner and Women’s Cinema“. Judith Mayne unterrichtet an der Ohio State University und ist Autorin zahlreicher Bücher, u.a. Directed by Dorothy Arzner (1994).

Regie: Dorothy Arzner; Drehbuch: Mary C. McCall, Jr nach dem Theaterstück von George Kelly; Kamera: Lucien Ballard; Musik: Morris Stoloff; Darsteller: Rosalind Russell, John Boles, Billie Burke, Jane Darwell, Thomas Mitchell. s/w, 75 min

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