Themenschwerpunkt: Geld-Werte-Leistung
Joachim Robbrecht verbindet Drama und Dokumentartheater und verschmilzt Jean Genets Zofen mit den Geschichten polnischer GastarbeiterInnen. Zwei polnische SchauspielerInnen bzw. SaisonarbeiterInnen erzählen wahre und fiktive Anekdoten aus ihrem Leben - und setzen sie in Bezug zu Genets Theaterklassiker, in dem zwei Zofen fantasieren, ihre Herrin zu töten und selbst wie diese zu werden. Joachim Robbrecht versteht dies als Allegorie auf das Schicksal polnischer GastarbeiterInnen in Westeuropa.
Oh Polsko handelt von den Träumen dieser GastarbeiterInnen und von dem Wunsch nach einer anderen Identität. Von der Hoffnung, Geld zu verdienen und frei zu sein, und der Farce, dabei zu DienerInnen zu werden. Joachim Robbrecht und Cezary Tomaszewski haben vor drei Jahren über das brut-Projekt EXPEDITION zur internationalen Nachwuchsförderung zusammengefunden. Nun tritt Tomaszewski, der in seiner Erfolgsproduktion Die lustige Witwe vier polnische Reinigungsdamen auf die brut-Bühne brachte, als Gastarbeiter in Oh Polsko auf. So werden auch die prekären Arbeitsbedingungen eines internationalen Kunstbetriebs zum Thema. Oh Polsko fusioniert dokumentarisches Material mit der Fiktion und Poesie der Repertoiredramatik und ist zugleich ein Kommentar und eine Satire auf das Dokumentartheater.
Am 28. Jänner findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch statt.
Text und Regie Joachim Robbrecht Mit Cezary Tomaszewski, Agata Wi?ska Fotografie Sophie Knijff Setdesign Tijmen Hauer Kostümdesign Rebekka Wormann Beratung Sarah Moeremans, Julian Maiwald
Eine Produktion von Frascati Productions Amsterdam in Kooperation mit brut Wien.
Termine: 27. Jänner 21:00, 28. und 29. Jänner 20:00
13,-/7,- ermäßigt