Technocare

Donnerstag, 04. April 2019 - 19:00 Uhr

Kunstraum NOE

Elisa Giardina Papa Elisa Giardina Papa
ERÖFFNUNG TECHNOCARE UND PERFORMANCE: INES LECHLEITNER, FOUR TO TWO FEET - CHAPTER 3

Im Rahmen der Eröffnung von TechnoCare, reagiert in "Four To Two Feet - Chapter 3" (2019) die Tänzerin und Choreografin Alice Chauchat auf Ines Lechleitners zeichnerische Notationen von Mensch-Pferd-Interaktionen. Vor der Realisierung als Performance stand für Ines Lechleitner das kollaborative artistic research-Projekt “H like Horses” mit Marion Mangelsdorf, in dem die Künstlerin den Möglichkeiten nachging, wie Mensch und Pferd über die Speziesgrenze hinweg in Kontakt treten. Es folgten Videoaufnahmen und Akte der Einfühlung, Stunden des genauen Hinsehens und Zeichnungen.

Die Installation und Performance, die u.a. bereits im Hamburger Bahnhof in Berlin gezeigt wurde und in jedem Kapitel neu verhandelt wird, macht Mensch-Tier-Beziehung als eine Praxis der gegenseitigen Aufmerksamkeit sichtbar. Fürsorge wird hier als speziesübergreifende Pflege von Beziehungen sichtbar.

Fürsorge-Arbeit wird gemeinhin als lästiges Anhängsel des Menschseins gehandelt: als feminisierter Niedriglohnsektor im Bereich der Altenpflege, als sogenannter Karriereknick beim Mutter- oder Vaterschaftsurlaub oder als ehemals sittenwidrige Sexarbeit. Tätigkeiten, die in den Bereich von Fürsorge fallen, sind unterbezahlt und geringgeschätzt und trotzdem sind sie so etwas wie zwischenmenschlicher Kitt, der unsere Gesellschaften zusammenhält. Mit der Ausstellung TechnoCare thematisiert der Kunstraum Niederoesterreich die Kluft, die sich zwischen der Relevanz der Fürsorge und ihrer Marginalisierung auftut. Eine solche Kluft fordert die Frage danach heraus, wie sie überwunden werden kann. In diesem Sinne befragt TechnoCare die technologischen und ästhetischen Vermittlungsversuche von Care, die in der gegenwärtigen Kunstpraxis Momentum gewonnen haben. Kann ästhetische Erfahrung ein fürsorgliches Schauen kultivieren? Können künstlerische Arbeiten selbst zu Akteuren der Fürsorge werden? Und wie gelingt Fürsorge über räumliche, zeitliche oder emotionale Distanzen hinweg, scheinen Nähe und direkter Kontakt sie doch auszuzeichnen?

Kuratiert von Katharina Brandl und Friederike Zenker, zeigt die Ausstellung künstlerische Arbeiten, in denen die ästhetischen, sozialen und ethischen Dimensionen der Fürsorge zwischen Menschen sowie Menschen und Tieren aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt steht das technologiebasierte Knüpfen, Pflegen, Wiederherstellen und Kritisieren von Beziehungen.

Termin

eSeLs Neugierde
Eröffnung, Performance, Gruppenausstellung, Fürsorge-Arbeit
Donnerstag, 04.04. 19:00
bis Samstag, 11.05.
Kunstraum NOE
Herrengasse 13
1010 Wien
Merken
Links
Schließen
Zum eSeL Twitter Kanal


Mehr Informationen finden Sie in unserer Daten­schutz­erklärung
Schließen
Zur eSeL Facebook Page


Mehr Informationen finden Sie in unserer Daten­schutz­erklärung
Die Webanalyse durch Google Analytics wurde deaktiviert.