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Annette Kelm
Annette Kelm arbeitet in ihren Werken das Potenzial analoger Fotografie heraus, in der Reproduktion von Gegenstandswelten deren kulturelle Fundamente und visuelle Paradoxien freizulegen. Häufig zeigen ihre Aufnahmen sachliche Darstellungen präziser Arrangements von Dingen, die Genres wie das Stillleben und die Studiofotografie zitieren. Andererseits verleiht Kelms formale Bildsprache den Gegenständen aber auch eine fast hyperreale Präsenz. Frei von narrativer Aufladung, rückt das kompositorische Moment in den Vordergrund, das die Motive in ihrer visuellen Prägnanz intensiv mit Bedeutung aufzuladen scheint: Jedes Ding ist, was es ist, erhält aber auch eine abstrakte, vielleicht bloß vermutete Relevanz.

Annette Kelms Fotografien zeigen einfache, zugleich jedoch widerspenstige Motive, die weder in die Kategorie sachlicher Dokumentation noch in die zeichenhafter Repräsentation zu passen scheinen. Sie ebnen Gegenständliches in die Ebene ein oder vervielfachen es im Prinzip der Serie. Häufig frontal und mit großer Detailschärfe abgebildet, betonen die minimalen, visuell jedoch durchaus opulenten Dingwelten die Übersetzung in den zweidimensionalen Raum der Fotografie. Dessen sich auf einen Blickwinkel verengende Perspektive ist hier sowohl Teil des fotografischen Prinzips als auch Ausdruck einer höchst subjektiven Sicht.

Kurator: Nicolaus Schafhausen