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„Am Anfang war ich sehr verliebt …“ – 40 Jahre Wiener Frauenhäuser
26.04.2018 19:00h
Volkskundemuseum Wien
„Am Anfang war ich sehr verliebt …“ – 40 Jahre Wiener Frauenhäuser
Fotocredits: Verein Wiener Frauenhäuser
 
Begrüßung: Matthias Beitl, Direktor
Zur Ausstellung: Anne Wanner, Kuratorin und Andrea Brem, Geschäftsführerin Verein Wiener Frauenhäuser

Eröffnung: Sandra Frauenberger, Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen und
Martina-Ludwig Faymann, Vorsitzende Verein Wiener Frauenhäuser

Die Eröffnung wird durch eine Gebärdensprachedolmetscherin unterstützt.


Am 27. April 1978 wurde der Verein Soziale Hilfen für gefährdete Frauen und ihre Kinder gegründet. Im November 1978 eröffnete das erste Frauenhaus in Wien. Die vom Volkskundemuseum Wien gemeinsam mit dem Verein Wiener Frauenhäuser gestaltete Ausstellung nimmt das 40-jährige Jubiläum zum Anlass, erstmals in einer Gesamtschau auf die Geschichte und Entwicklung der Wiener Frauenhäuser zurückzublicken.

In Österreich galt bis Ende der 1960er Jahre das im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch von 1811 festgeschriebene Familienrecht, das den Ausbruch aus einer Gewaltbeziehung für Frauen massiv erschwerte. Häusliche Gewalt galt als Tabuthema.

Ausgehend von den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der 1970er Jahre, die die Gründung des ersten Frauenhauses ermöglichten, zeigt die Ausstellung die Anfänge der Frauenhausarbeit und die Entwicklung der psychosozialen Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern in den letzten vier Jahrzehnten. Aktuell ist jede fünfte Frau in Österreich von Gewalt durch ihren Ehemann oder Partner betroffen.

Was haben Frauen damals und heute erlebt, die den Schritt ins Frauenhaus machen? In Interviews berichten Frauen von ihren Gewaltgeschichten und ihrem Alltag im Frauenhaus. Zahlreiche persönliche Objekte der Klientinnen erzählen darüber hinaus Geschichten von Gewalt, Flucht und anhaltender Bedrohung, aber auch von Empowerment und dem Weg in ein selbstständiges und gewaltfreies Leben.

Gleichzeitig zeigt die Ausstellung die Frauenhäuser als Arbeitsplatz der Mitarbeiterinnen und thematisiert ihren Umgang mit den Belastungen und Bedrohungen, denen sie häufig ausgesetzt sind sowie mit Klischees und Vorurteilen, die noch immer über ihre Arbeit kursieren.

Welche Frauenbilder vermittelten und vermitteln uns außerdem Werbung, Popmusik oder Medien? Welche Rolle spielen diese Bilder für die bewusste oder unbewusste Akzeptanz von Rollenbildern und ungleichen Machtverhältnissen?

Warum bleiben Frauen in Gewaltbeziehungen oder kehren trotz eines Aufenthaltes im Frauenhaus zum Gewalttäter zurück? Die Ausstellung thematisiert diese Fragen, spielt sie gleichzeitig an die BesucherInnen zurück und fragt: Was hält man selbst für die Liebe aus?

Kuratierung: Anne Wanner
Idee und Konzeption: Andrea Brem
Inhaltliche Mitarbeit: Ingrid Dohnal, Hildegard Köhler-Trendl, Adelheid Kröss, Irma Lechner
Kuratorische Assistenz: Lisa Wirzel