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Provocation #1
16.03.2018 19:00h
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Provocation #1
 
Exhibition & Zine Release Party + Performance + (DJ) überparadise
Provokation / prɒvəˈkeɪʃ(ə)n /
Magazine für Visuelle und theoretische Reflektionen


Das Magazin Provokation ist eine Plattform, die die Probleme in den Bereichen der Politik, der Kultur und des Sozialen, literarische und theoretische Diskurse anspricht, und visuell und theoretisch reflektiert. 
Durch diese Plattform wollen wir uns und an der Subkultur Interessierten KünstlerInnen und TheoretikerInnen die Möglichkeit geben, unsere Fähigkeiten, Sichtweisen, Erfahrungen, Wissen zu teilen und weiter zu entwickeln.

Diese Plattform soll Diskussionen öffnen, Menschen zusammenbringen, Wissensaustausch ermöglichen, eine neue, andere Perspektive zu unseren Problemen bieten und Menschen aus der theoretischen und künstlerischen Szene vernetzen. 

Provokation, um Menschen herauszufordern, die festgefahrenen Gedanken, Überzeugungen, Theorien und Glaubenssätze in Frage zu stellen und in ihren Fundamenten zu erschüttern.
Das Hauptthema der Provokation ist “Macht Apparate“ und in jeder Ausgabe von Provokation wird ein Teil der „“Macht Apparate“ kontextualisiert. Es wird versucht, den Kontext aus einer neuen Perspektive zu sehen und darzustellen.

Die Publikation wird in RISO-Druck, auf einer Internetseite, sowie in Sozialen Foren publiziert, wird bei jeder Ausgabe mit einer Ausstellung veröffentlicht.

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#1
Intellektueller Rassismus? 
Im Allgemeinen ist Rassismus ein historisch und sozial institutionalisiertes System, in dem Nutzen und Privilegien durch gewalttätige Prozesse auf der Grundlage der konstruierten Rassenkategorie abgeleitet werden, die dann in Form einer rassistischen Spaltung durch materielle und symbolische Ressourcen verteilt und verbreitet werden. Dies bedeutet den Aufbau eines rassifizierten Territoriums, das die Produktionsverhältnisse, das Kapital, die Öffentlichkeit und die Zivilgesellschaft kompromittiert. Das Ergebnis sind rassifizierte Institutionen, Gesellschaften, Körperschaften, Individuen, kurz gesagt, ein rassistisches Wertesystem. Das Ergebnis ist eine Liste von nie endenden rassifizierten Entitäten. 
Rassismus ist im neoliberalen globalen Kapitalismus inhärent, der gleichzeitig das System der heutigen Katastrophen und Krisen ist. Wir verstehen, dass Rassismus nicht nur Hass oder Fehleinschätzungen oder Vorurteile ist, sondern dass es eine Reihe von Mechanismen gibt, die Privilegien für ausgewählte Einzelpersonen und Institutionen (wieder) hervorbringen. 
Das rassistische System hat sowohl strukturelle als auch individuelle Erscheinungsformen. Rassismus im intellektuellen Raum (sogenannter intellektueller Rassismus) ist nicht dasselbe wie der grobe Populismus des alltäglichen Rassismus. Am Ende ist dieser intellektuelle Rassismus eher "zivilisiert" und operiert mit Formen des technischen Wissens und auch mit vermittelten Verhaltensformen. Wenn wir von Intellektuellen sprechen, meinen wir Akademiker, Wissenschaftler, Theoretiker, Historiker, Kunst- und Kulturschaffende, Designer, Jornalisten, Lehrer, Politiker und so weiter.
Wir versuchen, Licht darauf zu werfen, weil intellektuelle Aktivität letztlich Aktion erzeugt, eine Meinung generiert, normalerweise respektvoll ist, intelligent denkt und Vernunft und Bewusstsein impliziert. In diesem Sinne kann intellektueller Rassismus als unsichtbar betrachtet werden. 
Die Bereiche intellektueller Aktivität und Produktion existieren auch, um Privilegien zu (re) strukturieren und (wieder) zu schaffen. Die Privilegien, die die intellektuelle Aktivität charakterisieren, können auch mit einer einfachen Umstrukturierung zusammenhängen, aber nicht wirklich mit einer Transformation des neoliberalen globalen Kapitalismus. 
Die neue Regierung von Österreich am 18. Dezember 2017 vereidigt und ist eine weit rechts stehende Regierung. Wir haben uns gefragt: was wir Intellektuellen dieser Gesellschaft überblickt haben, dass die Mehrheit der rechten Parteien in Österreich die Wahl gewonnen hat? Warum erinnert der aktuelle politische und emotionale Zustand der Gesellschaft an Österreichs dunkle, weiße Vorherrschaft? Können wir vielleicht sagen, dass die Intellektuellen versagt haben? Obwohl sie alle mit allen Möglichkeiten und Ressourcen, Technologie, Wissen und Erfahrung ausgestattet waren? Wie wird Rassismus in einem intellektuellen Bereich reproduziert? 
Basiert rassistisches Denken vielleicht auf der Bildung von Lehrmethoden, die in den Schulen und Universitäten eingesetzt werden? Wie rassistisch und diskriminierend sind diese Institutionen? Wie rassistisch sind Mainstream Medien die als glaubwürdig gelten? Ist Rassismus intellektuell?
Wir erlauben uns, einige Privilegien auszuüben und zu hinterfragen, wann und wie intellektuelle Aktivitäten dem Rassismus nahe kommen und an den Prozessen der Rassifizierung teilnehmen. 


Contributors/Teilnehmer_innen:
/ Chelsea Amada / Maira Enesi Caixeta / Petja Dimitrova / Mirabella Dziruni / Marina Gržinić /
Theresa Hattinger / Du von Jetzt M. Hasaltay / Peter Haselmayer / Iman / Njideka Iroh / Robert Jolly /
Ivan Jurica / Betül Seyma Küpeli / Grace Marta Latigo / Marissa Lobo / Elisabeth Mtasa / Günay Özaylı /
Morion Porten / Onur Serdar / Nour Shantout / Cecilia Tasso / Julius Timgum/ Nazim Ü. Yilmaz /



/ˌprɒvəˈkeɪʃ(ə)n/ 
 
 
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Kategorie Uhu Diskurs
Start: 16.03.2018 19:00h
Ende : 16.03.2018, 23:00h

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