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Ydessa Hendeles. Death to Pigs
Ydessa Hendeles. Death to Pigs
 
Eröffnung & Gespräch

Im Rahmen der Eröffnung spricht Markus Müller (Kunsthistoriker, Journalist und Kurator) mit Gaëtane Verna (Direktorin, The Power Plant, Toronto) über die vielfältige Praxis von Ydessa Hendeles.

Death to Pigs ist die erste institutionelle Retrospektive der kanadischen Künstlerin Ydessa Hendeles in Europa. Ihre Praxis zeichnet sich durch das Zusammenstellen von Erlebtem, Erzähltem und Interpretiertem aus. In ihrer Arbeit setzt sie Kunst, historische Artefakte, Fotografie und audiovisuelle Medien in komplexen, raumgreifenden Installationen zueinander in Beziehung. Ihre Kompositionen können als provokative, psychologisch aufgeladene Meditationen über die menschliche Natur gelesen werden.

Die Ausstellung erstreckt sich über beide Hallen der Kunsthalle Wien im Museumsquartier und verknüpft mehrere zentrale Werkkomplexe aus dem letzten Jahrzehnt zu einer vielschichtigen Erzählung. Zentrale Arbeit ist die vielteilige Installation Death to Pigs, die auf metaphorischer Ebene von Stigmatisierung und eskalierender Gewalt erzählt. Der Titel bezieht sich auf die berüchtigten Morde der Manson-Familie im Sommer 1969, die mit den Worten „Death to Pigs“ die Tatorte kennzeichnete. Eine weitere raumgreifende Arbeit trägt den Titel From her wooden sleep… und ist ein Arrangement von rund 150 lebensgroßen historischen Gliederpuppen aus Holz. Die Rauminstallationen präsentieren sich als dichte Überlagerungen präzise recherchierter kulturgeschichtlicher Inhalte und autobiografischer Referenzen. Erweitert werden sie durch neuere Arbeiten.

Hendeles‘ Werk ist eng verbunden mit ihrer eigenen Biografie als Tochter von Holocaust-Überlebenden. In einer Welt, die von Vertreibung, Entwurzelung und Traumatisierung geprägt ist, beziehen sich ihre Arbeiten ebenso auf historische Ereignisse wie auf jüngere globale Entwicklungen.

Ydessa Hendeles (*1948 in Marburg) lebt und arbeitet in Toronto und New York. Nach dem Studium an der Universität von Toronto, der New School of Art (Toronto) und dem Toronto Art Therapy Institute, machte sie ihren Doktor an der Amsterdam School for Cultural Analysis der Universität Amsterdam. Sie unterrichtete an der New School of Art und arbeitete als Adjunct Professor im Department of Fine Art der Universität von Toronto. Im Oktober 2017 wurde Hendeles von der Philipps-Universität Marburg die Ehrendoktorwürde verliehen. 1980 gründete sie The Ydessa Gallery, Toronto, die ausschließlich zeitgenössische kanadische Künstler wie Rodney Graham, Ken Lum und Jeff Wall vertrat. 1988 eröffnete sie mit der Ydessa Hendeles Art Foundation, die erste privat finanzierte Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Kanada.

Kurator: Nicolaus Schafhausen