x
TERMINDETAILS
RSS
Im Niemandsland. Über die babylonische Literatur
20.10.2017 19:00h
Hauptbücherei Wien
Im Niemandsland. Über die babylonische Literatur
Fotocredits: lenicharles
 
Wie verändert sich das Bild von Literatur, wenn wir Sprachen als lebendige Strukturen abseits von festen Regeln und Normen verstehen? Das, was sich ergibt, ähnelt keinem biometrisch erfassten Reisepassfoto der (Sprach-)Wirklichkeit mehr, viel mehr einem changierenden Bild, das sich, je nach Blickwinkel, immer verschieden neu zusammensetzt.

Wie verändert sich unser Sinn für Literatur, wenn sprachliche Grenzen jenseits von erstsprachlicher Verwendung umspielt, begangen und untergraben werden? Und wie klingt die zweitsprachige Literatur, wenn sie weniger ein Bezwingen der Sprache und mehr ein Spiel wird, das in andere Assoziationsräume führt?


Über das Verhältnis von Sprache und Literatur diskutieren Mitglieder des Literarischen Kollektivs in der Zweitsprache in Wien und Tomer Gardi. Sie lesen aus ihren Texten und fragen danach, wie ein ungezwungenes Sprachverständnis literarische Konventionen umformt. Oder: wie gestaltet sich dann die Beziehung zwischen dem/der AutorIn und den literarischen Figuren? Wie verhält sich ein sprachlich-nonkonformes Schreiben zu menschlich-konformer Literatur? Welche sind die formellen und informellen Kriterien, die einen Text zur Literatur machen? Wie weit darf mensch in der Zweitsprache gehen/schreiben und wie verändert die Mehrsprachigkeit die erzählerischen Horizonte der deutschsprachigen Literatur?


Das kollektiv sprachwechsel: Literatur in der Zweitsprache ist eine mehrsprachige Gruppe, die die Produktion literarischer Texte in Deutsch als Zweitsprache anspornen will. Die Mitglieder eint, dass sie nicht in Deutsch sozialisiert sind und Literatur in dieser Sprache schreiben. Sie wollen eine gemeinsame Plattform schaffen, wo Schreibende in der Zweitsprache Deutsch sich austauschen, jenseits von sprachlichen Normen und Druck experimentieren und den vermeintlichen Nachteil der Zweitsprache in einen literarischen Vorteil verwandeln.


Tomer Gardi, geboren im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Veröffentlichungen: Stein, Papier und Broken German. Tomer Gardi las 2016 beim Ingeborg- Bachmann-Preis. Sein nächster Roman Oder sie kriegen Ihr Geld zurück erscheint 2019.

Die Tätigkeit des Kollektivs wird im Rahmen der Förderschiene SHIFT! Unterstützt.
 
 
x
x
 
Hauptbücherei Wien
Urban Loritz Platz 2a
1070,Wien (AUT)
http://www.buechereien.wien.at

KARTE