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Caroline Heider: Wiener Werkstätte
13.09.2017 19:00h
Bildraum 01
Caroline Heider: Wiener Werkstätte
Fotocredits: Caroline Heider: „Kartoffeldruck, blau“, Bildrecht 2017
 
Zur Ausstellung:
Katrin Bucher, Kunsthaus Graz

In der Serie Wiener Werkstätte reproduziert und adaptiert Caroline Heider Modeaufnahmen aus den 1920er Jahren, die einst von der Wiener Werkstätte bei Dora Kallmus, alias Madame d ́Ora, und Arthur Benda in Auftrag gegeben wurden.

Caroline Heider greift in ihren Arbeiten in die Bildordnung dieser angeeigneten Fotografien ein, indem sie Teile der Ablichtung dem Blickfeld entzieht. Scharf werden einzelne Teile des bedruckten Reispapiers durchtrennt, um sie dann in einer neuen Anordnung wieder zusammenzusetzen. In ihrer Beschäftigung mit Bildkonstruktionen, liegt die Verdeckung im Fokus: das stärkere Bild ist oft das „Nicht- Offensichtliche“, das im Verborgenen bleibt und imaginiert werden muss. Der Fehler – das Ungleichgewicht und die bewusst herbeigeführte Verschiebung von Proportionen, die eine visuelle Irritation im Auge des Betrachters hervorruft – wird in der Umsetzungen zum Motiv. Für Wiener Werkstätte wird das Papier zum Beispiel wie ein Kleidungsstück behandelt, indem es gefaltet, gebunden und geknickt wird. Die Hierarchie der Oberfläche - der abgebildeten Modelle, der Mode, Props - und des Bildmaterials verschiebt sich. Einzelne Teile des Bildträgers werden zu einem neuen Bild zusammengefügt. Das Gesamtbild entsteht erst über den fehlenden Teil der ursprünglichen Gesamtansicht, über das Evozieren einer neuen Räumlichkeit die vervollständigt, jedoch nicht vollständig sichtbar ist.

Für die, im Rahmen der Vienna Design Week 2017, gezeigte Ausstellung im Bildraum 01 setzt sich Caroline Heider mit Dekoration und Funktion auseinander. Dabei verwendet sie für die Inszenierung der repräsentativen Einzelteile des Ausstellungsraums die Muster der Wiener Werkstätte aus dem Archiv des MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst als Vorlage für Kartoffeldrucke. Die Vitrinen und Möbel des Ausstellungsraum werden neben den Bildern zu Ausstellungsstücken, das Design wird zum Thema.
 
 
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