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Die Haut der Kritik / Protagonist
31.03.2017 17:30h
Tanzquartier Wien
Die Haut der Kritik / Protagonist
Fotocredits: Urban Jörén
 
17.30 h : DIE HAUT DER KRITIK
HELMUT PLOEBST / CHRIST STANDFEST
Theorie / Redereihe

Was geht heute Kritik unter die Haut, wenn sie Kunst kontaktiert? Und wann sträubt sich ihre Haut – von Politik kontaminiert? Kann Kritik aus der der eigenen Haut – jenseits Normativität und Subversionsrhetorik? Wie Kritik kritisieren – schwächen, um zu stärken?

HELMUT PLOEBST
Enlightenment des Negativen

Wer würde heute mit einem Slogan wie „No Future“ die Herzen einer kritischen Generation erobern wollen, wie das dem Punk in den Seventies gelungen ist. Oder ein „No Manifesto“ lancieren wie Yvonne Rainer zehn Jahre davor. Das einst kultische Negative hat seine Sexyness so weitgehend verloren wie die Fotografie ihr analoges Negativ. Doch nach dem „wunden Punkt“, der hinter die Kritik gesetzt wurde, schreibt sich diese als „kritische Ausgabe“ ihrer selbst neu – auch aus dem Negativ des Lichtbildes.


CHRIS STANDFEST
Krise und Kritik (Benjamin/Brecht) & Critical Joy (Peaches/Hennessy)

1929 formuliert Benjamin in einem Brief an Brecht ihr gemeinsames Zeitschriftenprojekt Krise und Kritik so: „die bisher leere Stelle eines Organs einnehmen, in dem die bürgerliche Intelligenz sich Rechenschaft von den Forderungen und Einsichten gibt, die einzig und allein ihr unter den heutigen Umständen eine eingreifende, von Folgen begleitete Produktion (...) gestatten." Eine Relektüre, versuchsweise ohne Nostalgie. Und wie wären von da aus Spuren zu legen zur Workshop-Performance „Critical Joy“ (2016) von Keith Hennessy und Peaches, die feststellen: Critical: Being awake to structural violence. Joy: The secret of struggle (Alice Walker)?


19:30 h
JEFTA VAN DINTHER / CULLBERG BALLET (NL/SE)
Protagonist
Österreichische Erstaufführung

Protagonist ist eine Betrachtung auf die Menschheit. Lieder der Revolution und Tänze der Evolution erzählen, wie Menschen sich versammeln, Rollen annehmen und auferlegt bekommen. Instinkt, Widerstand und Zwang werden Beweismaterialien der Kämpfe, die jede_r einzelne für sich austrägt. Im Ringen nach Angehörigkeit, auf der Suche nach allgemeiner Bedeutung oder Glauben, nimmt eine Gesellschaft ihre Gestalt an. Protagonist ist eine Parabel über Pflege, Verwandtschaft und Allianz, sowie Isolation, Kontrolle und Entfremdung.

„Protagonist ist eine sehr persönliche Geschichte. Es geht darin um den Ruf nach Veränderung, um ein Entkommen aus der Unbeweglichkeit. Die Performance entführt uns auf eine Reise, auf der gekämpft und vieles versucht wird, geträumt und gehofft, auf der die Protagonisten von ihren Geschichten verfolgt werden und zwanghaft mit dem beschäftigt sind, was erst kommen wird. Doch irgendwann entscheiden sich die Personen auf der Bühne für einen anderen Weg: Sie bewegen sich in evolutionärem Sinn rückwärts, wobei dies als aktive Entscheidung zu verstehen ist, um sich wieder mit dem zu verbinden, was um uns ist. Als bewusste Entscheidung zur Präsenz.“ (Jefta van Dinther)

Jefta van Dinthers neueste Produktion ist eine Choreografie für 14 Tänzer_innnen des Cullberg Ballet. ELIAS, Shooting-Star der schwedischen Pop-Musik im vergangenen Jahr, zeichnet für Gesangsaufnahmen und Off-Stimme verantwortlich, Tongestaltung und Musik stammen von David Kiers, das Bühnenbild vom Künstlerduo SIMKA und das Lichtdesign von Minna Tiikkainen.

Protagonist ist Jefta van Dinthers zweite Kreation für das Cullberg Ballet. Seine erste Produktion, das erfolgreiche Stück Plateau Effect, hatte 2013 Premiere und tourte durch ganz Europa. Van Dinther erhielt den Tanzpreis der schwedischen Theaterkritik 2013 für diese Produktion, die auch für die schwedische Biennale der darstellenden Kunst 2015 ausgewählt wurde.

Im Zentrum seines Schaffens steht der Körper unter Einfluss der Bewegung im Zusammenspiel mit Licht, Sound und verschiedenen Materialen. Seine Werke beschäftigen sich mit der Wahrnehmung von Sichtbaren und Unsichtbaren, Licht und Dunkelheit, Illusion und dem Einfluss von Stimme und Bildern.
 
 
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