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Camille Henrot. If Wishes Were Horses
Camille Henrot. If Wishes Were Horses
 
Camille Henrot zerlegt visuelle Codes aus Erkenntnistheorie und anthropologischer Forschung und verwandelt sie in Informationsregister, in hybride kulturelle Artefakte und neue Materialformen. Ihr investigativer Prozess führt sie quer durch die Disziplinen. Intuitiv sammelt sie Gedanken und Bilder, um daraus komplexe, multireferenzielle Werke zu schaffen, die auf aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Fragen verweisen. Ihre Arbeiten bleiben weitgehend offen für individuelle Interpretationen und lassen Raum für eine Vielzahl an alternativen, oft auch widersprüchlichen Lesarten. Henrots spielerische Herangehensweise erforscht, was es bedeutet, Mensch zu sein.

If Wishes Were Horses ist Henrots erste institutionelle Präsentation in Österreich. Das in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelte Projekt besteht zur Gänze aus Werken, die für diese Ausstellung und als Reaktion auf die Architektur des Raumes entstehen. Gedankensysteme, die auf der Grundlage binärer Gegensätze aufgebaut sind, wie maskulin/feminin, Dominanz/Submission, Anbieter/Abhängiger, Außen/Innen bilden das Zentrum der Schau. Eine große ortsspezifische Installation, mehrere Skulpturen und ein Film gehören zu den Werken, die aus einer umfassenden Untersuchung der menschlichen Neigung zur Abhängigkeit entwickelt werden. Die Beziehungen, die Menschen zu Dingen oder Konstrukten haben, von denen sie abhängig sind (wie etwa Technologie, Liebe, Religion, Gesundheitswesen, Regierung oder Haustiere), werden von Henrot in intimer und dabei universell gültiger Weise enthüllt und neu erzählt.

Nach den Personalen von Isa Genzken (2014), Nathalie du Pasquier, Babette Mangolte und Sarah Morris im Jahr 2016 ist Camille Henrots Ausstellung eine Hommage an eine weitere bedeutende zeitgenössische Künstlerin.

Camille Henrot, *1978 in Paris, lebt und arbeitet in New York.

Kurator: Luca Lo Pinto