Defensio von Marc-Alexandre Dumoulin

Donnerstag, 05. Oktober 2023 - 16:00 Uhr

Akademie der bildenden Künste Wien

Hans Hinz Hans Hinz
Einladung zur Defensio von Marc-Alexandre Dumoulin

Das Institut für Kunst und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste lädt herzlich zur Defensio von Marc-Alexandre Dumoulins Dissertation Georges Bataille, Or, The Birth of Art: Non Discursive Experiences inside the Cave of Lascaux (Georges Bataille, Oder, Die Geburt der Kunst: Nicht-diskursive Erfahrungen in der Höhle von Lascaux) ein.

Mitglieder des Prüfungssenats sind: Doz.Mag.Dr.Assoc.Prof. Axel Stockburger (Vorsitzender), O.Univ.-Prof.Mag.Dr. Elisabeth von Samsonow (1. Betreuerin), Dr. Stuart Kendall (2. Betreuer) und Ass.Prof.Dr. Maria Stavrinaki (externe Gutachterin, Université Paris I Panthéon-Sorbonne).

Abstract
In meiner Dissertation untersuche ich das Werk von Georges Bataille über die prähistorische Höhle von Lascaux, um den Platz und die Bedeutung der Höhle in seinem Werk zu klären und um Batailles Konzeption der nicht-diskursiven Erfahrung und ihre Verbindung zu avantgardistischen Konzepten der Kreativität zu erweitern. In seinem Buch Die vorgeschichtliche Malerei, Lascaux oder die Geburt der Kunst sowie in den das Buch begleitenden Aufsätzen und Vorträgen, macht Bataille die prähistorische Höhle zum symbolischen Ort unserer Geburt. Er vertritt dabei die These, dass Kunst den letzten Schritt zur Anthropogenese darstellt: Wir als Spezies wurden vollends menschlich, als wir begannen Pigmente an Höhlenwänden aufzutragen.

Für Bataille ist Kunst gleichbedeutend mit Exzess, einer Tätigkeit ohne Nutzwert, die sich über das Notwendige oder den Instinkt erhebt. Befreit von den Grenzen der produktiven Tätigkeit, lässt der kreative Akt den destruktiven und libidinösen Impulsen freien Lauf, er ermöglicht ein symbolisches Spiel und die beliebige Umgestaltung der Umgebung. Er argumentiert weiter, dass diese Entfesselung von Impulsen in prähistorischer Zeit den perfekten Auslöser für eine Welle des symbolischen Denkens im menschlichen Bewusstsein schuf und damit den Beginn der Kultur ankündigte. Im Inneren von Lascaux sieht Bataille ein neugeborenes Bewusstsein, das noch darum kämpft, sich vom inneren Tier zu trennen.
Aufgrund des breiten Spektrums an Konzepten, die er in die prähistorische Höhle einbringt, hat sich die Forschung im Allgemeinen schwer getan, Batailles Schrift über die Prähistorie zu bewerten; es handelt sich um ein interdisziplinäres Werk, das sich zwischen Anthropologie, Kunstgeschichte und Philosophie bewegt und gleichzeitig eine breite Palette von Batailles eigenen Betrachtungsweisen integriert, die bereits Eingang in frühere Veröffentlichungen fanden. Dieser disziplinäre und autorenbezogene Schmelztiegel hat zu Verwirrung hinsichtlich des Wertes und der Stellung des Werkes innerhalb seines Œuvres geführt. Hinzu kommt ein allgemeines Missverständnis der Prähistorie als Konzept, der Anfänge einer Disziplin und der Kontroversen, die sie um die Jahrhundertwende auslöste. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird in Teilen dieser Dissertation die Geschichte des Konzepts der Vorgeschichte beleuchtet; ich untersuche die ersten Jahrzehnte nach der Entstehung der Vorgeschichte und zeige auf, wo sie sich mit Batailles Biografie überschneidet, wie sie ihn beeinflusste und welche Auswirkungen die Entdeckung von Lascaux auf das Konzept hatte. Mit diesen Präzedenzfällen und der Kontextualisierung von Batailles Werk kann ich mich mit seiner Auffassung von nicht-diskursiver Erfahrung und ihrer Verbindung zum Kunstschaffen auseinandersetzen.

Kurzbiographie
Marc-Alexandre Dumoulin ist ein kanadischer Künstler, der in Wien, Österreich lebt und arbeitet. Er erwarb seinen Master of Arts (2008) am Central Saint Martins College of Art & Design, London, UK und seinen Bachelor of Fine Arts (2006) an der Concordia University, Montreal, Kanada. Er hielt Vorträge am französischen Kulturinstitut in Athen, Griechenland sowie im Taxispalais in Innsbruck, Österreich und Depot, Wien. Dumoulin hat zahlreiche Ausstellungen in Österreich absolviert, unter anderem im Belvedere 21 in Wien und im Bildraum Bodensee in Bregenz. Neben seiner theoretischen Spezialisierung auf die Pariser Avantgarde der Zwischen- und Nachkriegszeit interessiert sich Dumoulin besonders für den Erfahrungsbereich des kreativen Prozesses, was ihn dazu antreibt die Kunstgeschichte auf der Suche nach verschiedenen Perspektiven zu durchforsten.

Die Defensio wird in englischer Sprache und im Sitzungssaal stattfinden.

Wir freuen uns sehr, Sie bei der Defensio begrüßen zu dürfen.

Termin

Uhu Diskurs
Dissertation, Talk, Höhle, Marc-Alexandre Dumoulin
Donnerstag, 05.10.2023 16:00
Akademie der bildenden Künste Wien
Schillerplatz 3
1010 Wien
Sitzungssaal
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