Saisoneröffnung: Baba Karam / Yishun is burning

Samstag, 01. Oktober 2022 - 19:00 Uhr

brut
Ort: brut nordwest

Nemo Stocklassa Hinders Nemo Stocklassa Hinders
19:00 Uhr: Konstgruppen Ful – Baba Karam – through Jamileh and Khordadian
21:00 Uhr: Choy Ka Fai – YISHUN IS BURNING


19:00 Uhr: Konstgruppen Ful
Baba Karam – through Jamileh and Khordadian
brut nordwest
Partizipative Tanzfilm-Performance
Österreichische Erstaufführung
Schwedisch mit englischen Untertiteln

Baba Karam – through Jamileh and Khordadian ist eine partizipative Tanzfilm-Performance, die auf der populären iranischen Tanzform „Baba Karam“ basiert. Das Projekt des schwedischen Kollektivs Konstgruppen Ful ist von queeren Clubs inspiriert, in denen alle für- und miteinander tanzen. Drei Drag-Performer*innen und ein DJ laden von der Filmleinwand aus dazu ein, zu tanzen und sich prägenden Tanzerinnerungen zu widmen. Die physische Abwesenheit von Performer*innen bietet eine künstlerische Gelegenheit, die spezifischen Bedingungen, mit denen wir in Zeiten der Pandemie konfrontiert sind, zu erschaffen und zu erforschen, und reflektiert gleichzeitig die Realität von Menschen, die in der Diaspora leben oder geflüchtet sind.

Baba Karam ist auch eine Hommage an die beiden einflussreichen und bekannten amerikanisch-iranischen Choreograf*innen Jamileh und Mohammad Khordadian. Ihre Tanzvideos haben Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, insbesondere im Exil, zum Tanzen ermutigt. Mit ihrer bedeutenden Arbeit haben beide die Grenzen dessen erweitert, was Tanz für die Menschen tun und sein kann. Für viele waren sie auch prägend bei der Gestaltung eines in der Diaspora entstandenen Tanzes.

Konstgruppen Ful ist ein queer-feministisches Kunstkollektiv aus Schweden mit einem intersektionalen Verständnis, sprich einer Sensibilität für Mehrfachdiskriminierung. Ful produziert Performances, Ausstellungen, Publikationen, Podcasts und kuratiert Gespräche und Treffen. Die Gruppe wurde 2008 gegründet und besteht aus Künstler*innen und Aktivist*innen, die mit Analyse, Theorie und künstlerischer Forschung arbeiten, die auf queer-feministischen Ideen, dekolonialen Praktiken und postkolonialer Ästhetik basieren. Ful hat sowohl in Schweden als auch international gearbeitet. Hervorzuheben sind insbesondere das preisgekrönte Kunstmagazin Ful und bemerkenswerte, international tourende Performances. 2019 initiierten Nasim Aghili und Rani Nair von Ful das noch immer andauernde Projekt Finding Sisterhood, eine dekolonisierende und queere Kartierung von zeitgenössischem Tanz und Performance. Dieses Mapping mobilisiert eine Bewegung und benennt ästhetische Strömungen, die für den zeitgenössischen Tanz und die Performanceszene von großer Bedeutung sind, jedoch in ihrer Geschichte und in Archiven marginalisiert werden.

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21:00 Uhr: Choy Ka Fai – YISHUN IS BURNING

Choy Ka Fai
YISHUN IS BURNING
brut nordwest
Performance / Tanz
Österreichische Erstaufführung
Englisch, Mandarin und Malaiisch mit englischen Übertiteln

Schamanismus meets Voguing meets Yishun. Inspiriert von singapurischen Ritualtänzen bringt Choy Ka Fai ein transzendentes, queeres Multimedia-Solo auf die Bühne. Sun Phitthaya Phaefuang (alias Aurora Sun) tanzt sich in Zustände zwischen Ekstase, Trance und Drag und überschreitet dabei Zuschreibungen von Gender, kultureller Identität und Religion. 30 Jahre nach dem ikonischen New Yorker Dokumentarfilm Paris is Burning verbindet dieser Abend Themen einer globalisierten Welt mit alten und neuen Bewegungstraditionen und zelebriert die Suche nach der (eigenen) Spiritualität im Tanz.

Auf der Suche nach religiöser Ekstase taucht das Publikum in die berüchtigte Stadt Yishun ein. Yishun ist Singapurs dystopische Vorstadt, in der hybride spirituelle Handlungen vollbracht werden – eine Vorstadt der Dunkelheit und ein Gegenpol zum strahlend sauberen Image, das Singapur pflegt. Singapur ist traditionell als autoritärer Stadtstaat bekannt, der durch staatliche Kontrolle und Unterdrückung der Meinungsfreiheit gekennzeichnet ist. Yishun is Burning ist eine multikulturelle Voguing-Tanzparty, die die Grenzen von Geschlecht, Rasse und Religion überschreitet und vom singapurischen Phänomen der rituellen Verehrung von Gottheiten in ihrem Kampf gegen das Böse inspiriert ist. In der Performance tanzt der norwegisch-thailändische Tänzer Sun Phitthaya Phaefuang alias Aurora Sun, ein aufstrebender Star der südostasiatischen Voguing-Szene. Sein Tanz wird von der singapurisch-malaiischen Band NADA (Rizman Putra und Safuan Johari) und der chinesischen Schlagzeugerin Cheryl Ong musikalisch begleitet.

Choy Ka Fai ist ein in Berlin lebender Künstler aus Singapur. Seine multidisziplinäre Kunstpraxis bewegt sich an der Schnittstelle von Tanz, Medienkunst und Performance. Im Zentrum seiner Forschung steht die kontinuierliche Erkundung der Metaphysik des menschlichen Körpers. Durch Forschungsexpeditionen, pseudowissenschaftliche Experimente und dokumentarische Performances eignet sich Choy Ka Fai Technologien und Erzählungen an, um sich neue Versionen des menschlichen Körpers in der Zukunft vorzustellen. Choy Ka Fais Projekte wurden in bedeutenden Institutionen und Festivals weltweit präsentiert, darunter Sadler’s Wells, London, ImPulsTanz, Wien, oder Tanzplattform und Tanz im August, Berlin. Er war Artist in Residence am tanzhaus nrw, Düsseldorf, und am Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Choy Ka Fai machte seinen Abschluss in Design Interaction am Royal College of Art in London.

Das Stück verwendet eine Nebelmaschine, Laserlicht, Stroboskop- und Blinklichter. Gezeigt werden Bilder eines Rituals mit selbstverletzenden Handlungen, die auf manche Zuschauer*innen verstörend wirken können. Es gibt einen Moment völliger Dunkelheit. Laute Musik und sich wiederholende Geräusche kommen vor. Der Publikumsbereich ist bestuhlt.

Termin

Tauben Loge
Saisoneröffnung, Tanzfilm, Performance, Choreographie, Voguing, Drag, Konstgruppen Ful, Choy Ka Fai
Samstag, 01.10. 19:00
brut

Location:
brut nordwest
Nordwestbahnstraße 8-10
1200 Wien
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