Schule Oberhuber

Mittwoch, 04. Mai 2022 - 18:00 Uhr

Universität für angewandte Kunst
Ort: Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof

Oswald Oberhuber, "wir, du, sie, alle feiern ein halb-jahrhundert. oberhuber", 1981 Oswald Oberhuber, "wir, du, sie, alle feiern ein halb-jahrhundert. oberhuber", 1981
VERLÄNGERT BIS 30.7.2022

Eine Sammlung als Programm
Eine Ausstellung von Kunstsammlung und Archiv in der Universitätsgalerie der Angewandten im Heiligenkreuzerhof

Die von Cosima Rainer und Robert Müller kuratierte Ausstellung thematisiert Oswald Oberhubers wegweisende und vielschichtige Praxis, durch die er die Hochschule für angewandte Kunst in den 1970er bis 1990er Jahren prägte und einen kunstpolitischen Diskurs entwickelte, der bis heute Relevanz hat.

Der Künstler, Ausstellungsmacher, Kritiker und Hochschulrektor Oswald Oberhuber (1931-2020) orientierte sich an einem Konzept der „permanenten Veränderung“. Seine Gestaltungsideen zogen sich durch alle Bereiche der Hochschule bis zur Gründung einer Kunstsammlung. Dabei spielt Oberhubers kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Hochschulgeschichte, mit einer „österreichischen Kunstgeschichte“ sowie mit den Auswirkungen des NS-Regimes eine wichtige Rolle.

In der Ausstellung Schule Oberhuber wird anhand der Bestände von Kunstsammlung und Archiv das Potenzial einer universitären Sammlung für eine kritische Befragung kunsthistorischer Erzählungen in den Blick genommen. Da an der ehemaligen k.k. Kunstgewerbeschule bereits seit 1867 Frauen zum Studium zugelassen wurden, bildete sich in der Sammlung eine Art Alternativ-Erzählung zum vorherrschenden Kanon ab. Ebenso öffnet auch die veränderte Sichtweise auf die einst durch Hierarchien getrennten Bereiche der angewandten und bildenden Kunst neue Perspektiven.

Ausgehend von Oberhubers Ausstellung Österreichische Avantgarde 1900-1938. Ein unbekannter Aspekt (1976/77) und seiner Großskulptur Museum im Museum (1978) sowie weiteren Publikationen und Ausstellungsprojekten des Künstlers, wird dessen Bestreben einer Revision des bis dahin gültigen Kanons zur Kunstgeschichte der Moderne sowie die Proklamation einer alternativen „künstlerischen Schule“ reflektiert und ausgestellt. Die Arbeiten zahlreicher Schüler*innen und Künstler*innen aus der Sammlung verdeutlichen die fortschrittliche Lehrpraxis an der ehemaligen Kunstgewerbeschule um 1900 und zeichnen die Verbindungen der Arbeiten zu den europäischen Avantgarden sowie grundlegenden Debatten um künstlerische Formfragen nach.

Die Ausstellung situiert Oswald Oberhubers Engagement für einen erweiterten Blick auf die Moderne dabei fernab von modernistischen Reinheitsphantasien. Sie versteht sich als eine Art „Schule in der Schule“, die Oberhubers Arbeit neuartig sichtbar macht und zugleich auf gegenwärtige Fragestellungen hin weiterdenkt.

Eine Ausstellung von Kunstsammlung und Archiv mit Arbeiten u.a. von:
Georg Adams-Teltscher, Rudolf Baschant, Eduard Bäumer, Ilse Bernheimer, Camilla Birke, Eugenie Blöch, Sándor Bortnyk, Alfred Buchta, Abteilung Franz Čižek, Friedl Dicker-Brandeis, Oskar Donau, Anny Dollschein, Elsa Engel-Mainfelden, Mathilde Flögl, Helene Gschliesser-Cornaro, Albert Paris Gütersloh, Oswald Haerdtl, Franz Hagenauer, Margarete Hamerschlag, Gerta Hammerschmied, Carry Hauser, Josef Hoffmann, Franz Joseph Howanietz, Lilly Jacobsen, Hilde Jesser-Schmid, Lajos Kassák, Elisabeth Karlinsky, Paul Kirnig, Erika Giovanna Klien, Elisabeth Kudisch-Zuba, Maria Likarz-Strauss, Richard Loederer, Oskar Kokoschka, Broncia Koller-Pinell, Silvia Koller, František Kupka, Erich Mallina, Arnold Nechansky, Oswald Oberhuber, Dagobert Peche, Elisabeth Pfanhauser, Otto Prutscher, Gertrude Neuwirth-König, Johanna Reismayer-Fritsche, Felice Rix, L.W. Rochowanski, Otto Rudolf Schatz, Hugó Scheiber, Anna Schlechta-Truxa, Albert Schneck, Arnold Schönberg, Max Snischek, Karl Steiner, Frieda Stökl, Oskar Strnad, Hans Strohofer, Marianne My Ullmann, Maria von Uchatius, Franz von Zülow, Otto Erich Wagner, Trude Waehner, Vally Wieselthier, Eduard Wimmer-Wisgrill, Bruno Zuckermann, Emmy Zweybrück

Kuratiert von Cosima Rainer und Robert Müller

Wissenschaftliches Projektteam Kunstsammlung und Archiv: Judith Burger, Laura Egger-Karlegger, Silvia Herkt, Stefanie Kitzberger, Eva Marie Klimpel, Sofie Mathoi, Bernadette Reinhold
Ausstellungsgestaltung: Robert Müller

Als Fortsetzung der Ausstellung wird von September - November 2022 in der Universitätsgalerie ein Schwerpunkt zu den Werken der Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis (1898 - 1944) in der Kunstsammlung der Angewandten folgen. Zu beiden Ausstellungen erscheinen umfangreiche Publikationen.

Termin

eSeLs Neugierde
Eröffnung, Sammlung, Archiv, Oswald Oberhuber, Cosima Rainer, Robert Müller
Mittwoch, 04.05. 18:00
bis Samstag, 30.07.
Universität für angewandte Kunst

Location:
Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof
Schönlaterngasse 5
1010 Wien
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