Marmor. Bronze. Verantwortung.

Sonntag, 07. November 2021 - 10:00 Uhr

mumok

Schandwache Schandwache
Kolloquium für Veränderung am Lueger-Platz

Eine Kooperation zwischen LICRA–Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme en Autriche und mumok.

In der mumok Hofstallung

Das Kolloquium setzt sich mit der Geschichte und mit möglichen Zukünften des Lueger-Ehrenmals und des Lueger-Platzes im 1. Wiener Gemeindebezirk auseinander.

Die Diskussion um das Ehrenmal für den ehemaligen Wiener Bürgermeister (1897–1910) Karl Lueger ist älter als das Ehrenmal selbst. Bereits die ursprünglich geplante Aufstellung auf dem heutigen Rathausplatz war umstritten und kam nicht zustande. 1926 wurde das Ehrenmal schließlich zwischen Stubenring und Dominikanerbastei enthüllt.

Im Zuge der Protestbewegungen nach dem Mord an George Floyd wurde das Ehrenmal in einer Intervention als „Schande“ markiert. Diese Beschreibung war Anstoß zu einer Reihe von Petitionen, performativen Interventionen und Meinungsartikeln im vergangenen Jahr. Unter diesen Aktionen war ein von der LICRA koordinierter Aufruf von fünfzig prominenten Persönlichkeiten des Wiener Wissenschafts-, Kunst- und Kulturlebens mit folgendem Wortlaut: „Das Karl-Lueger-Ehrenmal und der Dr.-Karl-Lueger-Platz ehren einen der prononciertesten Antisemiten des 19. Jahrhunderts. Diese Ehrung ist selbst antisemitisch und verfälscht Geschichte. Wir fordern daher eine Veränderung an Platz und Ehrenmal, die unmissverständlich jede Ehrung Luegers verunmöglicht.“
Es ist seither gelungen herauszuarbeiten, dass es sich nicht um ein „neutrales Denkmal“, sondern um ein Ehrenmal handelt. Die Ehrung Luegers manifestiert sich in seiner überlebensgroßen Figur, seinem mit Gold geschmückten Namen, den Reliefen und Standbildern, die seine Taten preisen, und der Benennung des Platzes nach ihm.
Durch die sechs Panels, des Kolloquiums, welche unter anderem die Kompetenzen von Historiker*innen, Rechtsextremismusforscher*innen, Kunsthistoriker*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen bündeln, soll die laufende Meinungsdebatte auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden. In der historischen Perspektive wird die Person Luegers und die Ikonographie und Ideologie des Ehrenmals sowie die Geschichte der Gegnerschaft beleuchtet. Mit Blick auf die Zukunft werden Gegendenkmale, der Umgang mit öffentlichem Raum und die Frage, ob die Entfernung des Ehrenmals Geschichtsauslöschung bedeutet – wie in der laufenden Debatte so häufig behauptet wird –, verhandelt.


Programm

10:15
Begrüssung: Rainer Fuchs
Grußworte: Ariel Muzicant, Edmund de Waal

11:00 Wer war Lueger? Wer ist Lueger?
Einführung: Barbara Staudinger
Panel: Tim Corbett, Doron Rabinovici, Bernhard Weidinger Moderation: Renata Schmidtkunz

12:30 Josef Müllner – Ikonographie und Ideologie des Ehrenmals Einführung: Luisa Ziaja
Panel: Judith Goetz, Elke Krasny, Peter Pirker
Moderation: Vanessa Spanbauer

14:00 Lunch

15:00 100 Jahre Gegnerschaft zum Ehrenmal
Einführung: Lucile Dreidemy
Panel: Edi Freudmann, Daniela Hammer-Tugendhat, Maria Mayrhofer Moderation: Rainer Schüller

16:30 Das Gegendenkmal
Einführung: Sabeth Buchmann
Panel: Zuzanna Dziuban, Johann Hartle, Tanja Schult Moderation: Mary M. Lane

18:00 Kaffeepause

18:30 Platznahme und Platzname
Einführung: Gerald Bast
Panel: Gabu Heindl, Sylvie Liska, Florian Wenninger Moderation: Richard C. Schneider

20:00 Bedeutet Entfernung Geschichtsauslöschung?
Einführung: Urte Evert
Panel: Veronica Kaup-Hasler, Hannah Lessing, Willi Mernyi, Dirk Rupnow Moderation: Alexandra Föderl-Schmid

Termin

eSeLs Neugierde
Kolloquium, Lueger-Ehrenmal, Antisemitismus, Aufarbeitung, Neugestaltung
Sonntag, 07.11. 10:00
mumok
Museumsplatz 1
1070 Wien
Hofstallung
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