Draft

Donnerstag, 13. Mai 2021 - 10:00 Uhr

Künstlerhaus

Petra Gell Petra Gell
Psychogramme einer Idee

Die Gruppenausstellung DRAFT in der Factory widmet sich Ausdrucksformen der Konzeption in der Architektur. Gezeigt werden 12 Positionen aus dem Bereich Architektur. 12 individuell befüllte Plexiglasboxen bilden zusammengefügt eine raumgreifende Installation. Lichtdurchlässig und partiell reflektierend verkörpert das Gesamtensemble die Flüchtigkeit der Konzeption, die erst durch die Transformation zur gebauten Realität wird.

Am Beginn des Entwurfsprozesses steht immer eine Ursprungsidee. Wir skizzieren erste Überlegungen in Form von schnellen Modellen oder Zeichnungen. Sie sind Ausdrücke von Gedanken und Visionen, die Initialzündungen gleichen und oft den Beginn eines jahrelangen Prozesses der Projektentwicklung markieren. Sie bestimmen über Form und Konzeption der gebauten Realität. Nur wenige Linien definieren die Gestalt eines Gebäudes. Komplexe Patterns zeigen städtebauliche Spannungsfelder und analysieren die Rahmenbedingungen eines Baufelds. Die Konzeption ist begleitet von der Vergänglichkeit des Moments und tritt flüchtig und unnahbar in Erscheinung. Die Übersetzung einer ersten Darstellung einer dreidimensionalen Idee folgt keinem Regelwerk. Die Methodik ist dem Einzelnen überlassen. Mit Bleistift, Filzstift, Rapitograph, Kugelschreiber, Kohlestift und Eingabestift werden Ideen und Konzepte auf Trägermaterialien festgehalten. Mit Hilfe von Stanleymesser, Styrocutter, Klebestreifen und Nadeln entstehen schnelle Skizzenmodelle, Collagen und Fotos. Die Umsetzung kann impulsiv oder kontrolliert erfolgen und der Output trägt die individuelle
Handschrift der Verfasser*in. Die klassische Handskizze ist mehr als nur die sensuell-motorische Entäußerung eines flüchtigen Gedankens. Sie bildet in ihrer genuinen Linienführung die charakteristische Ausdrucksform des Entwerfenden ab. In einer Meta-Ebene erzählt sie dessen Geschichte und gewährt uns Einblicke in dessen Persönlichkeit.

„Architekten müssen ja zeichnen. […] Die Skizze ist die einfachste Form des Zeichnens. Die Skizze ist die Sprache der Architekten. […] Zeichnen ist Nachdenken auf dem Papier.“ - Gustav Peichl

So schnell Ideen entspringen, werden sie auch verworfen und landen an den unterschiedlichsten Orten. Verewigt in Skizzenbüchern oder archiviert überdauern sie den Moment und bieten uns Einblicke in Schlüsselmomente des Schaffensprozesses der Architektur. In der Künstlerhaus Factory wird dieses Darstellungsmedium in den räumlichen Kontext gebracht und in einen virtuellen Architekturinkubator transferiert. Die einzelnen Plexiglasboxen stehen symbolisch für Archivboxen und zeigen eine exemplarische Auswahl von Schlüsselmomenten und individuellen Zugängen zum Begriff der Skizze. Die Verräumlichung der Ausstellungsidee ist das Ergebnis einer gemeinsamen Choreografie. Die Ausstellungsboxen treten wie Pixel im Raum in Form eines Raumkonstrukts, dem die Skizzenhaftigkeit anheftet, in Erscheinung.

Künstler*innen:
Isabel Belherdis, Petra Gell, Andrea Graser, Diether Hoppe, Thomas Hoppe, Mladen Jadric, Peter Lorenz, Joerg Nairz, Gustav Peichl, Norbert Steiner, Sne Veselinovic, Dieter Wallmann und Josef Weichenberger

Termin

hAmSteR Events
Architektur, Installation, Entwurf, Gruppenaustellung
Donnerstag, 13.05. 10:00
bis Mittwoch, 09.06.
Künstlerhaus
Karlsplatz 5
Obergeschoß
1010 Wien
Factory
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