Alec Soth – Photography Is A Language

Mittwoch, 26. Februar 2020 - 19:00 Uhr

Kunst Haus Wien

Alec Soth, Bil. Sandusky, Ohio 2012, aus der Serie: Songbook, 2012-2014 © Alec Soth / Magnum Photos Alec Soth, Bil. Sandusky, Ohio 2012, aus der Serie: Songbook, 2012-2014 © Alec Soth / Magnum Photos
Einladung zur Eröffnung bei freiem Eintritt: Mittwoch, 26. Februar 2020 um 19:00

Der Künstler ist anwesend. Eröffnungsparty im Anschluss mit Drinks und Musik von DJ Wunderkammer Gerald Moser.

Am Folgetag, 27. Februar um 18:00 findet eine Lecture von Alec Soth zur Ausstellung statt.

Der amerikanische Magnum-Fotograf Alec Soth (1969 in Minneapolis geboren) wurde mit seinen feinsinnigen Fotoserien weltberühmt, die subjektive Porträts des amerikanischen Lebens zeigen. Sein Werk steht in der Tradition der amerikanischen „On-the-Road Photography“ und nimmt Anleihe bei Walker Evans, Robert Frank und Stephen Shore. Seine Roadtrips führen ihn in vorstädtische und ländliche Gegenden der USA, wo er Menschen und Situationen mit viel Poesie und Melancholie ins Bild setzt. Soths Interesse gilt der breiten Mittelschicht abseits der Metropolen sowie Menschen am Rande der Gesellschaft. Seine Personale im KUNST HAUS WIEN ist eine Österreichpremiere: Gezeigt werden Soths bekannteste Serien Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010) und Songbook (2014), ebenso seine aktuellste Arbeit I Know How Furiously Your Heart Is Beating (2019).

Zur Eröffnung sprechen:
Bettina Leidl, Direktorin KUNST HAUS WIEN
Verena Kaspar-Eisert, Kuratorin
Kurt Gollowitzer, Geschäftsführer Wien Holding

Der Amerikaner Alec Soth zählt seit einigen Jahren zu den wichtigsten Fotografen weltweit. Mit der Serie Sleeping by the Mississipi wurde er 2004 schlagartig berühmt: In die Fußstapfen von Robert Frank tretend, dokumentierte der Künstler auf seinem Roadtrip entlang des Mississippi das amerikanische Leben – subjektiv, mit viel Poesie und Melancholie. Soths fotografisches Werk – er ist Mitglied der renommierten Agentur Magnum Photos – findet sich seither in allen namhaften Ausstellungshäusern und Fotografie-Institutionen. Seine Personale im KUNST HAUS WIEN kann als Österreichpremiere bezeichnet werden: Soths bekannteste Serien Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010) und Songbook (2014) sind erstmals in Wien zu sehen, ebenso seine jüngste Arbeit I Know How Furiously Your Heart Is Beating (2019). Mit dieser verdichteten Porträtserie hat der Künstler nach einer einjährigen Schaffenspause erneut Furore gemacht.

Alec Soths fotografisches Werk besticht durch seine poetische Bildsprache. Soth gelingt es virtuos, vorstädtische und ländliche Gegenden in den USA, Menschen und Situationen ins Bild zu setzen. Seine groß angelegten Serien können als Fallstudien der US-amerikanischen Gesellschaft gelesen werden. Soths Fotografien geben Einblick in das Leben gewöhnlicher wie auch manch ungewöhnlicher Menschen; sein Interesse gilt der breiten Mittelschicht abseits der Metropolen sowie Menschen am Rande der Gesellschaft.

Der thematische Zugang von Soth ist von einem philanthropischen Interesse geprägt. Er bedient sich einer dokumentarischen Herangehensweise, wobei er sich von seinem poetischen Blick leiten lässt. Seine in großen Serien zusammengefassten Fotografien bewegen sich zwischen Realität und Fiktion und entwickeln eine außergewöhnliche narrative Kraft. Manche Aufnahmen sind schon allein aufgrund ihres Sujets poetisch, wirken malerisch, sind bisweilen romantisch aufgeladen, etwa wenn Soth die Niagarafälle in all ihrer Pracht ablichtet. Aber auch den konkreten Darstellungen von Menschen und Orten wohnt stets etwas Träumerisches, Entrücktes inne. Der Blick der Dargestellten spielt dabei wohl eine ebenso gewichtige Rolle wie das Licht, in das die Schauplätze getaucht sind. In Soths Aufnahmen spiegeln sich Vorstellungen von Lebenssituationen oder (Liebes-)Beziehungen wider, wie sie im amerikanischen Film, in Literatur und Musik geprägt wurden. In seinen vielfach ausgezeichneten Fotobüchern werden die fotografischen Arbeiten von Essays, Kurzgeschichten oder Auszügen aus Songtexten von verschiedenen AutorInnen (etwa dem Pulitzer-Preisträger Richard Ford) begleitet. Sie tragen zur Gesamterzählung bei und unterstreichen die sehnsuchtsvolle, mitunter melancholische Tendenz, die den eigenwilligen Reiz der Aufnahmen ausmacht.

Soth schafft außergewöhnlich eindringliche Porträts von Menschen und Orten. In seiner einzigartigen fotografischen Sprache erzählt er von großen Gefühlen wie Liebe und Einsamkeit und reflektiert weitreichende gesellschaftspolitische Themen, etwa wenn er AussteigerInnen oder AußenseiterInnen der US-amerikanischen Gesellschaft porträtiert. In seinen Bildern widerhallen zutiefst menschliche Sehnsüchte und Bedürfnisse, sie erzählen von trivialen wie von komplexen Lebensrealitäten, von physischen und psychischen Landschaften gleichermaßen.

Biografie
Geboren wurde Alec Soth 1969 in Minneapolis, Minnesota, wo er auch lebt. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a.: Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg (2018); London Science Museum, London (2015); The Finnish Museum of Photography, Helsinki (2016–2017); Detroit Institute of Arts, Detroit, Michigan (2016); Museo de Bogotá (2013); Walker Art Center, Minneapolis, Minnesota (2010); Fotomuseum Winterthur (2008); Jeu de Paume, Paris (2008). Werke von Alec Soth befinden sich u. a. in folgenden Sammlungen: Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main; Los Angeles County Museum of Art; Museum of Contemporary Art, Chicago; Museum of Modern Art, New York; The Museum of Fine Arts, Houston; San Francisco Museum of Modern Art; Walker Art Center, Minneapolis; Whitney Museum of American Art, New York.

Termin

eSeLs Neugierde
Fotografie, Magnum, USA
Mittwoch, 26.02. 19:00
bis Sonntag, 16.08.
Kunst Haus Wien
Untere Weißgerberstraße 13
1030 Wien
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