Geistesblitze

foto.esel.at: Judith Fegerl - Capture (ARTTEC @ AIT, Artist in Residence 2019-21)

foto.esel.at: Judith Fegerl - Capture (ARTTEC @ AIT, Artist in Residence 2019-21)

Das Forschungsinstitut AIT beruft sich mit seiner ARTTEC Initiative in der nahezu babylonischen Sprachverwirrung rund um „Artistic Research“ auf den good old „Art meets Science“-Approach, und bringt Künstler:innen mit ihren Forschungseinrichtungen und Labors in Kontakt, weil es bekanntlich für alle Beteiligten wechselseitig befruchtend sein kann, wenn sich Künstler:innen Forschungsmöglichkeiten und Wissen auf ihre Art (!) und Weise aneignen.

Das ist in der Praxis übrigens weniger einfach, als es klingt, weil heikle Labors nicht für’s Rumexperimentieren abseits ihrer geplanten Nutzung teuer erschaffen wurden, beziehungsweise für Hightech-Forschung eroberte Ressourcen – dazu zählt auch „Manpower“ – schneller Kostenexplosionen hervorrufen können, als jemand noch „Kunstmarkt“ sagen kann.

Derzeit ist die Künstlerin Judith Fegerl im AIT „in residence“. Einst hatte sie ja aus den Wänden des Kunstraum Niederösterreich jedes erdenkliche Kabel rausgerissen, also quasi das schwarze Quadrat der Medienkunst als Rauminstallation geliefert. Davor würde ich mich als Forscher ja durchaus fürchten >;e)

Eigentlich nutzt sie Strom und Energie, um wunderbar fragile, neue Formen wie von selbst entstehen zu lassen. Sie verlegt zum Beispiel Kupferleitungen auf Papier (oder gleich in der Wand), um diese mittels Stromzufuhr darin einzubrennen, was sehr betörend ist. Die Feuerpolizei sieht das vermutlich nicht so.

Jetzt hat sie das AIT überzeugen können, mittels Anlagen, die eigentlich Blitzsicherheit testen, künstliche Starkstrom-Blitze in ihre Sandmischungen einschlagen zu lassen, um Zeus selbst diese Blitzabdrücke als Glasskulpturen fertigen zu lassen.

Zusätzlich wurden alte Blitzableiter von ihr (und den AIT Leuten) so stark unter Strom gesetzt, bis sie sich wie von selbst verformten. Die Resultate wurden dann – Kunst ist noch immer auch eine Formensprache – wunderschön im Foyer des AIT aufbereitet, damit sich die Forscher:innen in ihrem Eingangsfoyer darüber freuen und/oder wundern können.

eSeL begleitet bei diese ARTTEC-Initiative in Zukunft mit seiner Kamera. Die Fotos (ohne Blitz) gibt's hier:

Persönliche Erforschung dieser Forschung ist nur gegen Voranmeldung möglich: arttec@ait.ac.at

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