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Bellaria Kino
Museumstrasse 3
1070,Wien
Jeden Tag um 16 Uhr geht im Lichtspieltheater „Bellaria“ der Vorhang auf. Das Publikum besteht eigentlich nur aus Stammgästen. Die Männer tragen Anzug mit Krawatte, die Damen erscheinen im adretten Kleid und tragen oft Hüte, die sie auch während der Vorstellung nicht absetzen. Viele von ihnen kommen jeden Tag, egal welcher Film gespielt wird, und erkundigen sich erst bei „Frau Helga“, was denn heute läuft. Die sitzt in ihrem altmodischen Kassenhäuschen hinter einer Glasscheibe und kommuniziert durch ein kreisrundes Sprechloch mit den Besuchern. In der „Bellaria“ werden am Nachmittag eigentlich nur Filme aus den dreißiger und vierziger Jahren mit den Stars von damals gezeigt: „Premiere“ mit Zarah Leander, „Bademeister Spargel“ mit dem Wiener Volksschauspieler Paul Hörbiger und „Rosen in Tirol“ mit Leo Slezak, der nach der Operette „Der Vogelhändler“ gedreht wurde. Das „Bellaria-Publikum“ kennt sie in- und auswendig, lacht über komische Szenen schon vor der eigentlichen Pointe, summt und singt wie selbstverständlich die Schlagermelodien mit ein und weint vor Rührung, wenn es melodramatisch wird. Gegründet wurde die „Bellaria“ 1911, die Betreiber haben seither öfters gewechselt. Heute führen die Herren Hemmelmayer junior und senior das Kino, bleiben aber im Hintergrund. Chefin vor Ort ist „Frau Helga“ an der Kasse, die mit ihrer ruhigen, ausgeglichenen Art die gute Seele des Hauses verkörpert. Sie ist das Verbindungsglied zwischen zwei „Bellaria-Welten“, die wenig miteinander zu tun haben. „Wir spielen nicht nur alte Filme“, macht sie auf die zweite Programmschiene des Kinos aufmerksam: „Im Abendprogramm steht jeden Tag ein zeitgenössischer Film auf dem Programm, oft auch in Originalversion mit Untertiteln.“
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Bellaria Kino
Museumstrasse 3
1070,Wien (Österreich)
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