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Judith Fischer

Geisterhäuschen

Judith Fischer eröffnet parallel die öffentliche Auseinandersetzung mit ihrer dokumentarischen Fotoreihe „GEISTERHÄUSCHEN“. Sujets von ausgewählten (Vogel)Häuschen, die 2011 in Österreich aufgenommen wurden, werden von der Künstlerin als europäische Varianten der thailändischen spirit houses neu kontextualisiert, auf der Rückseite der Holzhütte des WerkzeugH-Vorplatzes angebracht und regelmäßig getauscht:

Spirit houses werden in ihrer ursprünglichen Bedeutung zur „Labung und Befriedung“ von Naturgeistern an Stellen aufgestellt, an denen ein Gebäude errichtet worden ist. Fischers „GEISTERHÄUSCHEN“ sind durch überraschende architektonische Details sowie Gebrauchsspuren gekennzeichnet, welche die Ambivalenz von Veränderung und die fragile Beständigkeit des Objekts widerspiegeln, auf das zeitliche, örtliche und funktional-geprägte Einflüsse wirken und darin residieren.

Diesem Veränderungsprozess werden nun wiederum diese Fotografien im Rahmen von GAZEBO ausgesetzt. Als „HÄUSCHEN auf dem Häuschen“ der GAZEBO-Holzhütte erweitert die Künstlerin den Veränderungs- und Umdeutungsprozess durch die Auseinandersetzung eines Zufallspublikums mit den wechselnden Abbildern und deren Bedeutungszuweisungen.

Judith Fischer

Judith Fischers Schaffen bewegt sich im Kontext von Literatur, Philosophie, Film und visueller Kunst. Dabei stellt die Veränderungsmetapher eine immer wiederkehrende Thematik in der Arbeit der Künstlerin, Schriftstellerin, Theoretikerin und Kuratorin dar. Seit Beginn der 1990er Jahre befasst sie sich künstlerisch und konzeptuell mit dem Genre des Horrorfilms – in deren Rahmen die Reihe „Haunted Houses“ entsteht. Ausstellungen, Projekte, Konzepte u.a. „Schwellenwesen/liminal creatures“, ABWESEND“, „i am disappearing inch for inch into this house“ und „VAMPIRIC“. Zahlreiche Kunst-Residencies u.a. Akademie Schloss Solitude (Stuttgart/Berlin), Künstlerhaus Büchsenhausen (Innsbruck), Malo (Italien).

Die Künstlerin studierte Philosophie und Publizistik an der Universität Wien und der Hochschule für angewandte Kunst. Postgraduate Studies (Art Theory) an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht(NL) und am Bauhaus Dessau Kolleg (Art in Public Space). Zur Zeit Doktorat der Philosophie am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ihr Künstlerbuch „SOME: women houses phantoms“ ist 2010 im Verlag schlebrügge editor erschienen.