Passage, 2023, 5 min.
Crater, 2022, 15 min.
Mensch Maschine Or Putting Parts Together, 2019, 8 min.
Moderation: Dietmar Schwärzler
Eintritt frei!
Talking Screen will der Frage nach den vielfältigen Präsentationsformen von Filmen im Ausstellungskontext, aber auch den medienübergreifenden Interferenzen zu anderen künstlerischen Praktiken nachgehen. Die mit den Gästen gemeinsam konzipierten Präsentationsformate sind bewusst offen gehalten und sollen facettenreiche Spielarten der (performativen) Selbstpräsentation genauso beinhalten, wie einen kritischen Diskurs über filmische Formate & Formen ermöglichen. Als jeweiliges Setting ist an eine Kombination von Filmen, Gespräch und Mikro-Ausstellung für einen Abend gedacht.
Adina Camhy arbeitet an den Schnittstellen verschiedener medialer Ausdrucksformen – von Sound und Video, über Text, Performance und räumliche Intervention, bis zu Zeichnungen und Drucken. Das Bauen von Brücken (Passage), das produktive Zulassen von Auslassungen/Löchern (Crater) und der Versuch Einzelteile in ein Verhältnis zu setzen und zusammen zu fügen (Mensch Maschine Or Putting Parts Together), skizzieren ihre Methodik bereits anhand der einzelnen Filmtitel, die an diesem Abend präsentiert werden.
Die letzten Bilder des ausgetüftelten Essayfilms Crater zeigen etwa eine verputzte Stelle an einer Zimmerwand, die in Feinarbeit mehrfach mit Spachtelmasse überzogen und begradigt wird. Der Weg zu dieser mit ruhiger Hand ausgeführten finalen Sequenz des Films ist von Bild- & Tonquellen umspannt – von Educational Videos der NASA, Skizzen/Abbildungen des Ramon Krater in der Negev Wüste Israels oder von Satellitenaufnahmen des Sedan Krater im Atombombentestgebiet Nevadas, von trügerischen optischen Illusionen.
In Mensch Maschine Or Putting Parts Together wird ein Geburtstagsgeschenk der Mutter zum Ausgangspunkt einer feministischen Zeitreise in die Elektronische Musik und militärische Technologie, in Passage erkundet Camhy die Mars-Landschaft mithilfe einer 360-Grad-Panoramafotografie des NASA-Rovers Perseverance aus dem Jahr 2022 – dem bisher größten Bild der Planetenoberfläche. Immer sind es verflochtene, multi-perspektivische Gedankenexperimente, die in ihren Arbeiten in Kombination mit akzentuierten Soundsplittern treten und unglaublich faszinierende Fährten legen. Sie kennzeichnen Camhys sorgfältige Untersuchungen und mäandernden Spurensuchen. Neben der Präsentation von Textil- und Lentikulardrucken, die im Kontext der Filme Passage und Crater entstanden sind, spielt Camhy schließlich ein 15-minütiges Live-Konzert, das das Herz zum Schwingen bringen wird. Enjoy. (ds)