Künstler/innen
Robert Bodnar
Inge Dick
EOOS
PATAFORM (Robert Bodnar/Marek Bozuk/Alexander Meiksner)
Raymond Queneau
Sira-Zoè Schmid
Als Borges 1941 im permutierten Rauschen der Buchstaben seiner babylonischen Bibliothek den Satz »O Zeit, deine Pyramiden« fand, sah er sich plötzlich einer magischen Hoffnung inmitten des potentiellen Abgrunds schierer Unmöglichkeiten gegenüber – der Utopie der Omnigrafie. Eben diese Hoffnung treibt jene ’Pataphysiker_innen an, die aufbrachen und -brechen, um einen begehbaren Kontinent im Ozean reiner Phantasie zu entdecken.
Ungefähr zur gleichen Zeit präsentierte der Kryptologe C. E. Shannon in New York Sätze in einer wie Englisch anmutenden Sprache, destilliert aus dem reinen Code der Kybernetik – der digitalen Logik des Computers. Und bevor dieser 30 Jahre später zum Symbol der gegenwärtigen Epoche wurde, schlossen sich die Oulipiens in Paris zusammen, um mit poetischer Kombinatorik – mcluhanös losgelöst von allen Inhalten – die Potentielle Literatur zu ergründen. Prominentestes Artefakt: Queneaus Permutations-Opus 1014 Gedichte bestehend aus zehn Sonetten – Phantasie im Raster à la KompressionsArtefakt.
Mittlerweile sind 50 Jahre vergangen, aus Wort wurde Bild. Licht, wie in Inge Dicks zinnober, ist eine numerische Messgröße geworden; und das Negativ eine operable Bilddatenbank. Deren reproduktionale Potentialität erzeugt in akkurater Montage, fernab gemeiner Serialität, einen epistemischen Blick auf imaginäre Gegenstände: die skulpturale Datenbank RaumTischBankHocker legt die Sicht auf den Begriff »Maßstab« frei, wie auch die TimeScans mit ihren wahren und doch unmöglichen Bildern die Zeit zeigen.