Einer der vielen kleinen versteckten Räume des WUK wird zu einem Besprechungszimmer im wortwörtlichen und gegenständlichen Sinn: Das Zimmer spricht. Schon beim Öffnen der Türe wird das Publikum in ein Gespräch verwickelt. Mehrere Fragen werden in den Raum geworfen. Regelrecht in das Innere der Besprechung katapultiert, findet man sich inmitten alltäglicher Gegenstände wieder, die auf ihre handfeste Art zur Sprache kommen. Inhaltlich unzutreffend und grammatikalisch fragwürdig verwerfen die Dinge ihre Bedeutungen und ihren Zweck, stellen ihre Existenz infrage und setzen sich über eindeutige Antworten hinweg: Da bleibt den BesucherInnen nichts anderes übrig, als selbst Erklärungen zu finden – falls nötig. Denn so oder so: Ein rauchender Tisch spricht für sich selbst, während eine Topfpflanze auf Berührung anspricht. Holzlatten singen lieber.
Eine Reihe von Gegenständen wird mit einer unkonventionellen Mischung aus analogen und digitalen Verfahren präpariert, wobei der Versuch unternommen wird, die Zusammenhänge von Objekt und Bedeutung, von Erscheinung und Funktion zu verwirren und die Beziehung zwischen Wort und Gegenstand auf den Kopf zu stellen. Mit ihrem Konzept Gesprächsgegenstände hat Andrea Maurer den Salzburger Landespreis für Medienkunst 2013 gewonnen. „Auf Basis eines sprachwissenschaftlichen Ansatzes versteht sich die Künstlerin in ungewohnt ungekünstelter Manier darauf, beinahe zur Alltäglichkeit gewordene Kommunikationsstrukturen kritisch zu hinterfragen“, so die Jurybegründung.