Am 13. Oktober 2008 um 19 Uhr liest Jürg von Ins aus seinem neuen Buch «Ich hab kein Wort verloren» (Gedichte) und einen Text zu den Arbeiten von Brigitta Malche in deren Ausstellung «Concepts on Nature» diese Veranstaltung stattfindet.
JÜRG VON INS
1953 geboren, studierte Religionswissenschaft und ist Privatdozent an der Universität Bern. 1979 bis 1998 beschäftigte er sich mit afrikanischen Heilritualen. Nach Lehrjahren bei Wirz PR gründete er 1993 eine eigene Kommunikationsagentur. In allen Bereichen geht es ihm um die Frage, wie Sprache Wirklichkeit schafft. Zur Zeit schreibt er an einem dramatischen Gedicht zu Peer Gynt.
BIBLIOGRAPHIE
Von Jürg von Ins erschienen u.a.
Abraham von Worms, Das Buch der wahren Praktik in der göttlichen Magie,
Diederichs, München 1988
Der Rhythmus des Rituals; Reimer, Berlin 2001
Afro Pharma Experience, CD, African Dance Records, Berlin 2002 (mit Norbert Stolz)
«Tu n’es plus un Baobab» in: Julius Effenberger ed., De l’instinct théâtral – Le théâtre se ressource en Afrique, Harmattan, Paris 2004
ICH HAB KEIN WORT VERLOREN, Gedichte
Wolfbach Verlag Zürich, 2008
«Wer die Gedichte von Jürg von Ins liest, braucht keine Spirituosen mehr. Er lehnt sich zurück und hat für Stunden Stoff zum Träumen. Aber wie beim Konsum anderer Stimulantien wird er nicht richtig satt davon, im Gegenteil.
Die Gedichte neigen auch zum stechenden Aphorismus. „Oft zahlt des Einen Neugeburt/ ein Andrer mit dem Tod“ oder „Wahrheit ward immer schon herausgezogen/ aus etwas Anderem, das vorher war“. Bei Jürg von Ins passiert die Erkenntnis bisweilen wie ein Unfall. „Schau nicht, wo du hingefallen/ schau wo ausgerutscht“. Bewusstes Schlittern. Das Gedicht als kultivierter Lapsus. Lallen und Heiliger Geist sind nicht immer zweifelsfrei auseinander zu halten.
Eigentlich ist ja jeder Dichter ein Rumpelstilzchen. Er fordert die Leute auf, seinen Namen herauszufinden, und macht es ihnen zugleich schwer. Nur manchmal, wenn er meint, niemand schaue ihm zu, verrät er sich plötzlich beim nächtlichen Feuertanz.
Wie nahe liegen hier das Erhabene und das Lächerliche nebeneinander, wie leidenschaftlich sind sie ineinander verkrallt! Das Heilige weiss, dass es jeden Moment auf einer Bananenschale ausrutschen könnte. Und wie ein Kanon hat dieser Gedichtkreis von Jürg von Ins eigentlich kein Ende. Wir brechen die Fahrt mit der einen Stimme ab, während die andere anderswo neu beginnt.»
(David Signer)