CARLA DEGENHARDT
JULIUS DEUTSCHBAUER
DOROTHY IANNONE
ALFREDO JAAR
MARTIN SCHNUR
JEAN-LUC VILMOUTH
“Les choses de la vie” präsentiert den Blick der Kunst auf alles, was das Leben im Innersten zusammenhält - und wieder sprengt: Liebe und Sexualität, Körper, Arbeit, Trennung und Schmerz. Der Mut, diesen Blick zu tun, Begehren und sexuelle Befreiung aus einer weiblichen Perspektive zu formulieren, machte Dorothy Iannone in den 1960er und 70er Jahren zu einer Vorreiterin nachfolgender Künstlerinnengenerationen. Über den Zeitbezug hinaus hat sie sich mit ihren farbintensiven, emblematischen Darstellungen in die Geschichte der Pop-Art- eingeschrieben. Jean-Luc Vilmouth widmet sich ebenso der physischen Seite des Daseins, die uns mitunter an unsere animalische Basis zurückführt. Ein visueller Shift in seiner Fotografie führt uns vor Augen, dass die Distanz.
From Amazon to Vienna so groß gar nicht ist. Alle Dinge des Lebens beginnen jedenfalls mit einem bedingungslosen. Geben und einer Wahrnehmung in der Sphäre von Gefühl und Körper. Carla Degenhardts Spiegelarbeiten rücken den Betrachter selbst in den Fokus und kommentieren das Bild des Körpers als Zerrbild. Bei ihren Blindzeichnungen ist der Körper nicht nur Wahrnehmungsinstanz, sondern generiert seine eigenen Bilder. Mit beiden Händen gleichzeitig angefertigt findet die Physis zur ihrem genuinen Ausdruck. Alfredo Jaar rückt das Leben der Einwohner von Shek Kong, eines Vororts von Hong Kong in den Fokus. Der mehrmalige Dokumenta-Teilnehmer setzt sich in seinen Fotoarbeiten und Installationen immer wieder mit politischen Themen auseinander.
Verführung und Geheimnis verbindet sich bei Martin Schnur zu einer Malerei die eine Vielschichtigkeit der Blicke und zugleich der Bilder ist. Visuelle Schichten finden sich auch in Julius Deuschbauers Malerei. Er hat seinen Kunst-Lebensabschnittspartner Gerhard Spring kurzerhand aus seinen Plakat-Vorlagen ausgeblendet und die Sujets ohne ihn gemalt. Darin findet sich auch das immer wieder neu Variieren und Verarbeiten als Thema seiner Arbeit und nicht zuletzt als unumgängliche Konstante des Daseins selbst.
Herbert Schnepf