CHRISTINE DE SMEDT (BE) / les ballets C de la B
Untitled 4. 4 choreographic portraits.
Österreichische Erstaufführung
The son of a priest.
›I would leave a signature‹.
Self-reliance.
A woman with a diamond.
Bislang hat die Choreografin Christine De Smedt darauf verzichtet, ihre eigene Biografie als Inspirationsquelle zu nutzen. In Untitled 4 hingegen macht sie nun das Persönliche an sich zum Thema der Performance. Was ist das Persönliche? Wie wird aus biografischen, teilweise banalen Versatzstücken eine interessante und kohärente Geschichte? Und welche Relevanz hat diese für eine künstlerische Arbeit? Basierend auf Interviews mit den ChoreografInnen Jonathan Burrows, Alain Platel, Xavier Le Roy und Eszter Salamon über ihr jeweiliges Verhältnis zwischen Leben und Arbeit zeichnet sie vier choreografische Portraits dieser Künstler, die den gegenwärtigen zeitgenössischen Tanz bis heute maßgeblich mitprägten. Wenn sie ihre Worte, Gesten und Geschichten übernimmt, austauscht, kopiert, imitiert, sich aneignet, ihnen empathisch zuhört oder sie direkt oder indirekt zitiert, lässt Christine de Smedt beunruhigende (Selbst-)Bilder entstehen: eine Performance über künstlerische Identität und die Sehnsucht nach Autorschaft, die sie in der radikalen Aneignung eines Anderen gleichzeitig aufgibt.