Geschlechterpolitik und Kunstbetrieb: Barbara Schrödl

Theorie Zeitgenössische Kunst Konferenz
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Mittwoch 13. März 2013
13. März 2013
Mi
18:00
Geschlechterpolitik und Kunstbetrieb: Barbara Schrödl
- Hörsaal 2

Vortragsreihe im Studienjahr 2012/13:

13. März 2013
Barbara Schrödl:
„…arm, aber sexy“. Geschlechtsbedingte Ungleichheit und die Figur des Bohemien im Berlin der Gegenwart

Berlin hat sich in den letzten Jahren für KünstlerInnen, GaleristInnen und AusstellungsmacherInnen zu einer der international attraktivsten Städte entwickelt. Das Interesse gilt der lebendigen Kunstszene, den “hippen” Clubs und nicht zuletzt den niedrigen Preisen. Dadurch verändert sich das Feld. Die Lebenshaltungskosten explodieren, der Kunstmarkt tendiert zur Sättigung und der Konkurrenzdruck wächst. Für viele im Kunstbereich Tätige gestaltet sich das Leben zunehmend schwierig. Parallel wird im “armen” Berlin die Kunst von Politik und Wirtschaft als wichtige Ressource entdeckt und immer weitere Teile der urbanen Bevölkerung ziehen das Konzept der „Kreativität“ heran, um ihr Selbstverständnis und Lebensgefühl zu modellieren.
Fragt man, was das große Interesse an Kunst und Kreativität befördert, zeigt sich, dass es dem weiten Teilen der Mittelschicht drohenden Verlust tradierter Sicherheiten an Sprengkraft zu nehmen vermag: Die Figur des Bohemien ermöglicht es prekäre Verhältnisse mit Sinn aufzuladen.
Betrachtet man die Situation aus einer gendersensiblen Perspektive, wird deutlich, dass in das Changieren zwischen Kunst, Politik, populärer Kultur und Kommerz längst überholt geglaubte geschlechtliche Zuschreibungen eingelassen sind, die sich in einer Weise überkreuzen, die für Männer und Frauen unterschiedliche Effekte hat.

Barbara Schrödl ist Universitätsassistentin am Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz und Lehrbeauftragte am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie hat an Universitäten in Stuttgart und Berlin Kunstgeschichte, Soziologie und Geschichte der Naturwissenschaft und Technik studiert, an der Universität Oldenburg den Aufbaustudiengang „Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien” absolviert und wurde 2001 an der Universität Bremen mit der Arbeit „Das Bild des Künstlers und seiner Frauen. Beziehungen zwischen Kunstgeschichte und Populärkultur in Spielfilmen des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit“ (Studien zur visuellen Kultur, Band 3, Marburg 2004) promoviert. Seit 2009 arbeitet sie an einem Habilitationsprojekt zu Fotografie und Film als Bildmedien der Kunst- und Architekturgeschichte.

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