Wie in einer Art Karaoke-Box (wörtlich einer ›Schachtel mit leerem Orchester‹), bei niedrigem Wasserstand, inmitten anderer Gegenständen, die die Strömung angespült hat, versucht eine Kreatur, halb Fisch, halb Mensch, verschiedene Linien ihres Daseins zu vereinen. In ihrer neuen Arbeit schlägt Marta Izquierdo Muñoz ihre ganz persönliche Version von Hans Christian Andersens Märchen Die kleine Meerjungfrau vor – einer Geschichte, die auf dem Unterschied zwischen Gut und Böse aufbaut, ohne aber die Frage zu beantworten, wie man mit dem daraus erwachsenden Schmerz, der darin liegenden Unzufriedenheit umgehen kann.
Die spanische Choreografin und Performerin schafft einen zugleich privaten wie auch öffentlichen Raum der Einsamkeit, in dem die Sirene sich ihren Weg durch Chansons und Souvenirs bahnt: rituelle Objekte und Erinnerungsorte, die mit den verschiedenen Begegnungen und Reisen der Künstlerin entstehen und auftauchen – ähnlich dem Ufer eines Ozeans.