Mit ihren zwei Teilen Into Nothing und Unseen führt die Performance dem Publikum buchstäblich bilderlos vor Augen, wie die Welt, die uns so hartnäckig umgibt, gemacht wird: durch ebenso hartnäckige Sprachspiele, die als transformiertes Material aus Erlebtem, Erzähltem und Erfundenem, aus Resten von Stories, aus gerade Entstandenem oder präzise Konstruiertem Eingang in die Performance finden. Um dort vielleicht sogar Schaden anzurichten, Schaden an den Bildern und Fixierungen unserer Welt, die uns einschliessen oder, besser, anschliessen: an die einfache Maschine FOR YOUR EYES ONLY. Denn das auf der Bühne Gesehene existiert nur als Form unserer Imagination, hervorgerufen durch willkürlich-unwillkürliche Setzungen, die eine Echt-Zeit ohne Wahrheitsgrund produzieren – und doch ständig Wahrheit oder Welt überprüfen: Als post-episches Erzählen, als Darstellen in seiner kleinsten Größe – in Erinnerung an Bertolt Brecht und Walter Benjamin: Der Denkende überlebt den Sturm in seiner kleinsten Größe.
KONZEPT: Peter Stamer
PERFORMANCE: Sybrig Dokter, Peter Stamer, Frank Willens
DRAMATURGIE: Christine Standfest
BÜHNE UND LICHT: Andreas Harder