dérive urbanize! - Internationale Festival für urbane Erkundungen: Eröffnung

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Zum urbanize! Festivalauftakt lädt dérive in den Wiener Prater: Im Rahmen der Präsentation von dérive #45 mit dem Schwerpunkt “Urbane Vergnügungen” widmet sich der Eröffnungsabend der Rolle und Bedeutung städtischer Vergnügungsparks und der zunehmenden Eventisierung des urbanen Raums.

Nicht zuletzt als Konsequenz auf die speziell in den 1990er Jahren auch in Europa immer zahlreicher werdenden Themenparks – Stichwort Eurodisney – waren etablierte städtische Lunaparks in den letzten beiden Jahrzehnten einem starken Modernisierungsdruck ausgesetzt. Der Versuch sich den Themenparks konzeptionell anzupassen, gefährdet jedoch die spezielle Atmosphäre der oft mit langer Historie versehenen urbanen Unterhaltungseinrichtungen. Derzeit scheint sich eine Renaissance städtischer Vergnügungsparks abzuzeichnen, wie sich etwa am Beispiel Coney Island/N.Y. zeigt. Die meist offen und kosten­los oder gegen einen geringen Eintritt zugänglichen und zentral gelegenen Lunaparks profitieren dabei u. a. auch von der Wirtschaftskrise, die ihre monothematischen Gegenspieler zum oft unleistbaren Vergnügen für Familien werden lässt.

Gleichzeitig ist den städtischen Vergnügungsparks durch die organisierte Event- und Festivalisierung öffentlicher Räume sowie die steigende Beliebtheit von Spiel und Sport in der urbanen Öffentlichkeit neue Konkurrenz erwachsen. In diesem Zusammenhang ebenfalls nicht zu vergessen sind die Inszenierung städtischer Plätze durch Spektakelarchitektur, die Ausbreitung von Urban Entertainment Centers, Cineplexes, Musicaltheatern oder Kuriositäten wie beispielsweise Skihallen. Das urbane Spektaktel scheint sowohl alltäglich als auch allgegenwärtig geworden zu sein.

Droht den noch existierenden Lunaparks damit ein Dasein als antiquierte Veranstaltungs­orte kommerzialisierter Freizeit, die höchstens als nostalgischer Tourismusfaktor noch eine Berechtigung finden? Welche Rolle können und sollen innerstädtische Lunaparks in Zukunft für ihre Städte einnehmen? Werden die öffentlichen Räume unserer Städte zu einer einzigen Fun- und Eventzone?
Eröffnung

Vize-Bürgermeisterin und Stadträtin Maria Vassilakou.
Einführungsvortrag

Bernhard Schäfers, Karlsruhe
PodiumsteilnehmerInnen

* Sabine Gretner, Wien, Architektin und Praterexpertin, Landtagsabgeordnete und Planungs­sprecherin der Wiener Grünen
* Elisabeth Kolarik, Wien, Eigentümerin Kolariks Freizeitbetriebe und Präsidentin des Praterverbands
* Siegfried Mattl, Historiker, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
* Bernhard Schäfers, em. Professor für Soziologie und Leiter des Instituts für Soziologie, Medien- und Kulturwissenschaft an der Universität Karlsruhe
* Einführung und Moderation: Erik Meinharter, Wien, Landschaftsarchitekt, Lehrbeauftragter an der BOKU und TU Wien, Mitglied der dérive Redaktion und Schwerpunktredakteur dérive #45

Pratermuseum Spezial

Exklusiv zum urbanize! Festivalauftakt öffnet das Wien Museum für alle BesucherInnen von 19 bis 23 Uhr seine kleine, feine Pratersammlung: Denn so speziell wie der Wurstelprater selbst ist auch das im Gebäude des Planetariums befindliche Pratermuseum. Eindrucksvoll zeigt es die historischen Veränderungen der schaurig schönen Wiener Unterhaltungskultur. Vergnüglich und melancholisch zugleich sind Objekte wie der Wahrsageautomat “Internationales Heiraths Vermittlungs Bureau”, die legendäre Bauchrednerpuppe Maxi, die Helmut Qualtinger inspirierte, oder ein Lindwurm aus einer längst abgerissenen Grottenbahn.
Präsentation urban-matters.org

Präsentation: Barbara Holub

urban-matters.org bietet einen wachsenden Überblick von Projekten, Organisationen und Institutionen weltweit, die sich mit der Involvierung von künstlerischen Praktiken in urbane Prozesse befassen und neue Tools und Strategien als Ergänzung zu konventionellen Planungsmethoden explorieren.
urban-matters.org erforscht hierbei auch mögliche Strategien zur Entwicklung des “urban practitioners”, der mit künstlerischen und experimentellen urbanistischen Praktiken den anderen an Planung beteiligten ExpertInnen gleichberechtigt zur Seite tritt und für ein gesellschaftspolitisch verantwortungsvolles urbanes Handeln eintritt, das der Dominanz rein ökonomischer Interessen eine Absage erteilt.
urban-matters.org ist Teil des Forschungsprojekts Planning Unplanned/ Institut für Kunst und Gestaltung 1, TU Wien

In Kooperation mit dem Wien Museum sowie dem Institut für Kunst und Gestaltung 264.1, Fakultät für Architektur und Raumplanung, TU Wien. Besten Dank an das Wiener Planetarium für die freundliche Unterstützung.

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