Lesung aus dem Buch »Märzsonne« von Johanna Beck
„Damals. Ein Wochenende im März, die Serpentinen, die sich ins Hochtal hinaufschlängelten, wollten kein Ende nehmen. Auch Max, der den alten Ford steuerte, war am Ende seines Repertoires. Wie oft habe ich mir diese Bilder vor Augen gerufen! Max von hinten, schwarzes T-Shirt, schwarzer Pullover, sein Nacken, in den sich schon die ersten Rillen eingruben, hier und da schon etwas Grau im kurzen braunen Haar.
Max, der die ganze Welt in seine Stimme legen konnte, knapp und glatt, frohvergnügt oder matt und verdrossen. Max, der mich liebte …“
20 Jahre danach kehrt Anna an den Ort des Unglücks zurück, will Ungeklärtes aufarbeiten, die Schreckbilder der Vergangenheit zur Ruhe legen, um im Leben weitergehen zu können.
Aus zwei Perspektiven schildert dieser Erstlingsroman in rascher, skizzenhaft leichter Szenenfolge und prägnanter Sprachführung zwei Tage in den Tiroler Bergen, die in eine Katastrophe münden.