SCORES N°3: uneasy going

Öffentlichkeit Screening
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10.45 h – 12.30 h Training: self practice von Sabile Rasiti / Petra Sabisch
in TQW / Studios

15.00 h Salon Sweet Gathering Nr.1 von Barbara Kraus / Claudia Heu / Michaela Moser / Rita Trattnig
in TQW / Studios

17.00 h Screening: Breath Made Visible. Anna Halprin & Introduction by Gabriele Wittmann
in TQW / Studios

19.00 h Performance draft: Performing for the first time von Tarek Halaby
in TQW / Studios

20.00 h Gespräch mit Tarek Halaby und Tanja Ostojic, moderiert vom Choreografen Laurent Chétouane
in TQW / Studios

21.30 h Performance Controllo Remoto von Orthographe
in TQW / Halle G


Die zeitgenössische Tanz- und Performancekunst ereignet sich häufig an den Rändern der Ökonomien von Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Klassifizierbarkeit. Im Sinne einer kulturellen Praxis reproduziert sie nicht nur existierendes Handeln und Denken und die ihnen immanenten Strukturen und Strategien des Entscheidens, des Teilens und der Weitergabe, sondern macht eben diese Verabredungen und Verpflichtungen gegenüber dem anderen sichtbar. Indem die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten diese Verhältnisse diskutieren, ausstellen, in neue Kontexte versetzen oder kritisch bearbeiten und diskursiv machen, setzen sie unsere individuellen wie kollektiven Vereinbarungen aufs Spiel und wenden ein direktives Konzept der Verantwortung hin zu einem dialogischen, einem dynamischen und geteilten Raum des Antwortens. Damit nehmen sie das andere, das Fremde nicht als etwas uns different Entgegenstehendes an, sondern machen sich die Resonanzen dieses Unbekannten, das immer schon in uns selbst ist, für ihre künstlerische Arbeit zunutze.

Die im Rahmen von SCORES Nº3: uneasy going eingeladenen KünstlerInnen und TheoretikerInnen begegnen dieser sich im Moment der Begegnung formulierenden Unruhe auf unterschiedlichste Art und Weise. Ihre Themen reichen von Fragen der Interkulturalität und Migration, von unserem Umgang mit der eigenen wie fremden Geschichte zu Diskussionen um den Körper, wie sie u.a. in den Medizin- und Neurowissenschaften, aber auch in der Ethikforschung geführt werden. Wenn sie also in ihren künstlerischen wie diskursiven Arbeiten danach fragen, wie gestalterische und reale Räume, Rollen und Ideen verteilt und entwickelt werden können, betrifft dies nicht nur das konkrete Verhältnis von Bühnenakteuren und Publikum. Weit mehr entwerfen sie (Gegen-)Modelle zu existierenden ökonomischen und sozialen Verteilungsprozessen, zu vorherrschenden Entwürfen von Gesellschaft und fordern uns zu einer gemeinsamen Arbeit am Verantworten auf, die sich nicht auf die Frage der Signatur und der Autorschaft beschränkt.

In verschiedenen Formaten – Performances, Dialogen, Forschungsskizzen, work-in-progress Präsentationen, Lectures, Trainings und einem Workshop – wird der einschreibende Gestus des Choreografischen im Verweis auf einen in unserer Kommunikationsgesellschaft lange für stumm gehaltenen Körper als Aufforderung und Experimentierfläche diskursiv und sinnlich fassbar.

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