In einem Moment, in dem die Popmusik Schwierigkeiten hat, Neues zu erfinden, und stattdessen immer mehr Coverversionen alter Hits produziert, bemerkt ein Produzent: „Musiker müssen leiden oder lieben.“ Ob Leiden wirklich immer so produktiv ist, wollen wir dahingestellt lassen. Aber in Sachen Liebe wurde hier etwas Wahres getroffen: Wenn man etwa beobachtet, unter welchen Umständen Menschen, die keine Künstler sind, jemals beginnen, Kunstwerke anzufertigen, dann sticht eine Bedingung schnell hervor: nämlich die der Liebe – in allen Abstufungen und Bedeutungen des Wortes. Möglicherweise zeigt uns das Beispiel der nicht professionellen Künstler nur mit größerer Deutlichkeit eine notwendige Bedingung, die für jegliche künstlerische Produktion gilt: Man muss lieben, um Kunst machen zu können.
Robert Pfaller ist Professor für Philosophie an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Gastprofessuren u. a. in Amsterdam, Berlin, Chicago, Oslo, Zürich.
Eintritt frei
Vortrag im Rahmen der Reihe:
Liebe Die Apostrophe der Liebe
Eine Vortragsreihe über andere politische Räume für zeitgenössischen Tanz und Performance