Fabio Zolly “Mugshot” - Fotografie
Eröffnung am 24. Februar von 18 bis 20 Uhr
Ausstellungsdauer bis 23. April 2011
MUGSHOT
In der Welt der Postmoderne, die von der Unberechenbarkeit des Zukünftigen, der möglichen Mehrdeutigkeiten bestimmt wird, setzt Fabio Zolly berühmten Persönlichkeiten seinen Stempel auf.
Im bewussten Spiel mit den Identitäten setzt der Künstler den Ausgesuchten eine Augenbinde auf. Diese verstärkt die Unbestimmbarkeit des individuellen Persönlichkeitsprofils.
Eine daraus sich zusätzlich ergebende gewisse Fremdbestimmung ist gewollt. Wie überhaupt die Stabilität der früheren Identitätsbilder heute nicht mehr gegeben ist. Sie wandeln sich mit den Änderungen in der fortschreitenden Welt.
Dagmar Aichholzer
Eine „ beunruhigende Dimension“ lauert unter allen Oberflächen jener Teile der Welt, die Fabio Zolly nur aufzuzeichnen scheint. Mal tut er das per Video, mal mittels Wegwerfkameras, dann wieder bedient er sich spezieller Apparate wie der Röntgen- oder Wärmebildkamera – und er arbeitet in Serien, die stets mittels je nur Einer ausgesuchten Technik erstellt werden. Seine „Aufzeichnungen“ von Teilen der Welt sind somit immer mehrfach eingegrenzt ( ein Sujet/Thema, eine Aufnahmetechnik, ein Fokus…) und mehrfach aufgefächert (mehrere Objekte/Szenen, unterschiedliche Blickwinkel…) zugleich. Ein maßgeblicher Teil der Kunst des Fabio Zolly besteht in der Gewinnung je unterschiedlicher, gegensätzlich oder gar paradox wirkender Essenzen aus Welt-Extrakten, welche er den technischen Aufzeichnungen Letzterer in wohl abgestimmten Dosierungen rückführt. So schimmern sie durch deren Oberflächen mit dem (beunruhigenden) Potential des Aufbrechens traditionell-linearkausal gezogener Grenzen zwischen Objektivität und Subjektivität, zwischen Einst und Jetzt, Hier und Dort, zwischen Sein und Schein…
Lucas Gehrmann
Auszugsweise:
Bestandsaufnahmen des (Un-)Sichtbaren, oder: Fabio Zolly als Seismologe zivilisatorischer Anomalien.
In: Eikon, Internationale Zeitschrift für Fotografie und Medienkunst,
Heft Nr.68, Wien, Nov.2009
Egal, ob er malt, Videos oder Arbeiten für den öffentlichen Raum macht: Logos, Slogans, und Zeichen sind bei Fabio Zolly (* 1955) seit langem ein durchgängiges Thema, mit dem er den Begriff der Öffentlichkeit – nicht zuletzt als Gegenstück zum Privaten – zur Diskussion stellt. Immer wieder kommt dabei die eigene Person ins Spiel, sodass das Öffentliche und das Private bisweilen auf absurde Weise aufeinanderprallen.
Johanna Hofleitner
Auszugsweise:
Die Presse, Schaufenster